Biohof Laurer
Anbau
Gemüse, regionale "Exoten" wie Paprika, Auberginen, Physalis
Anbauverband

Lage
Landau a. d. Isar
105 km nordöstlich von München
Fruchtbares Vilstal
Zwischen Isar und Vils erstreckt sich der Naturpark Mittleres Vilstal/ Isartal, der mit seinen fruchtbaren Böden viele landwirtschaftliche Betriebe beheimatet. Besonders für den Anbau von Gemüse ist dieser niederbayerische Landstrich geeignet. Südöstlich von Landau liegt der Biohof von Helmut und Christa Laurer, der eine Anbaufläche von 60 Hektar umfasst, auf denen eine Vielzahl von Gemüsesorten gedeiht. Weitere 30 Hektar Fläche dienen mit eingesäter Gründüngung ausschließlich dem Erhalt der Bodenfruchtbarkeit.
Es bleibt in der Familie

Beim Biohof Laurer handelt es sich um einen Familienbetrieb, jedes Familienmitglied übernimmt eine wichtige Aufgabe. Der Landwirt Helmut Laurer ist für den Anbau und dessen Planung zuständig. Ende der 1980er absolvierte der gelernte KFZ-Mechaniker eine landwirtschaftliche Lehre, um 1986 den kleinen Milchviehbetrieb seiner Eltern zu übernehmen. Seine Ehefrau Christa Laurer war Bankkauffrau bevor sie sich der betriebswirtschaftlichen Leitung des gemeinsamen Biohofs widmete. Auch die nächste Generation der Laurers ist bereits eingebunden in die Produktion von Bio-Obst und Gemüse: Tochter Julia schloss eine Floristiklehre ab, bevor sie mit dem Anbau von zertifizierten Bio-Rosen begann, und Sohn Michael ist gelernter Obstbauer und kümmert sich mit seiner Expertise deshalb schwerpunktmäßig um den Obstanbau. Durch diese verteilten Kompetenzen gelingt es der Familie Laurer, ein breites Spektrum, vor allem auch an exotischen Obst- und Gemüsesorten, in hoher Qualität anzubieten. Unterstützt wird sie dabei von 20 bis 30 Saisonkräften.
Neuentdeckung der Landwirtschaft durch den Biolandbau

Helmut Laurer ist ein umtriebiger Niederbayer, der sich gern auf Neues einlässt. So kam er auch auf Umwegen zur Landwirtschaft: „Als mich 1986 die Neugierde dazu trieb, Bauer zu werden, machte ich eine landwirtschaftliche Ausbildung. Danach begannen wir mit dem Einlegegurkenanbau.“ Doch der konventionelle Gurkenanbau für die Konservenindustrie erwies sich als immer weniger zukunftsfähig. Auch beim Anbau von Erdbeeren kam es zum Umdenken. Als die Laurers Eltern wurden, beschäftigten sie sich zunehmend mit dem Thema Lebensmittelsicherheit, besonders aufgrund der gängigen Praxis, Erdbeeren noch kurz vor der Ernte mit chemischen Mitteln gegen Pilzbefall zu behandeln. Vor allem Mitte der 1990er Jahre stellten sie deshalb ihren Betrieb auf biologische Landwirtschaft nach den Richtlinien des Bioland-Anbauverbands um. Damit verzichteten sie auf den Einsatz mineralischer Düngemittel und chemischer Herbizide, Fungizide und Pestizide. Stattdessen wurde ein ausgeklügeltes System der Fruchtfolge eingeführt, in dessen Rahmen auf einem Drittel der gesamten Anbaufläche permanent Gründüngung wächst. Diese baut den Stickstoff, den die vorherige Kultur verbraucht hat, wieder auf, sodass die Folgekultur mit neuen Nährstoffen versorgt werden kann. Mit dem Bio-Anbau etablierten die Laurers ein Selbstvermarktungssystem. Beides führte zu mehr Unabhängigkeit und damit zu einer größeren Wertschätzung ihrer Arbeit und Erzeugnisse.
Niederbayerische Exoten
