Die Isarland Ökokiste beim Treffen der Ökokisten

Gruppenfoto vom Ausflug des Verbands Ökokiste e.V. zum Obergrashof

Vom 7. bis 9. Juni trafen sich rund 50 Mitarbeiter/innen von 14 Ökokisten-Betrieben aus ganz Deutschland unter dem Motto „Arbeit und Spiel“ auf dem Amperhof in Bergkirchen. Von der Isarland Ökokiste waren fünf Kolleg/innen aus den Abteilungen Einkauf, Kommissionierung und Kundenservice vertreten. Das dreitägige Programm bestand aus einen bunten Strauß an Anregungen, Einsichten und Erfahrungen. Vor allem der kollegiale Austausch und die Betriebsbesichtigungen beeindruckten unsere „Delegation“. Neben einem Besuch in Fürstenfeldbruck beim traditionsreichen Familienunternehmen Münchner Kindl Senf stand eine Besichtigung des Obergrashof und ein Brauereirundgang beim Haderner Bräu an.

Auf dem Viktualienmarkt geboren: Münchner Kindl Senf

Theo Hartl, Geschäftsführer der Münchner Kindl Senfmanufaktur und Bio-Pionier, führte die Ökokisten-Gruppe durch die Produktionshallen, wo er neben den Grundlagen der Bio-Senfherstellung auch seine liebevoll betreuten Maschinen vorstellte. Die Kostproben der vielfältigen Senfsorten führten zu manchen Aha-Erlebnissen. Über 25 Sorten feinster Aromaspezialitäten in Bio-Qualität verlassen inzwischen die Senf- und Feinkost-Manufaktur. Vor allem die unkonventionelleren Sorten wie Himbeer- oder Feigensenf begeisterten die Besucher/innen. Bisher eher als Klecks am Tellerrand wenig beachtet, wurde der Senf dank Theo Hartls Enthusiasmus für die Vielseitigkeit und Kombinierbarkeit neu bewertet. So resümierte ein Kollege: „Ich habe Senf wieder ganz neu schätzen gelernt!“

Obergrashof: Alte, regional angepasste Gemüsesorten und Rinderrassen erhalten

Die Führung von den Betriebsleitern Peter Stinshoff und Tom Girgnhuber durch das städtische Gut Obergrashof, das sie nach Demeter-Richtlinien bewirtschaften, erlebten die Teilnehmer/innen als weiteres Highlight. Dort wird die Landwirtschaft als Gesamtorganismus betrachtet, in dem Pflanzenbau und Tierhaltung harmonisch miteinander verbunden sind. So lebt hier unter anderem eine Herde aus 53 Murnau-Werdenfelser Rindern, deren Population stark bedroht ist. Diese Herde wurde vor einigen Jahren aus fünf Tieren der alten regionalen Rinderrasse aufgebaut. Ein besonderes Anliegen des Betriebsleiters Julian Jacobs ist die Züchtung samenfester Sorten. Sie erfordert einen hohen Einsatz, viel Idealismus und Geduld, denn bis zur Stabilität des Saatguts und schließlich dessen Marktreife vergehen oftmals Jahrzehnte. Julian Jacobs schilderte den Prozess am Beispiel der samenfesten Kohlrabisorte „Rasko“, die er in Kooperation mit dem gemeinnützigen Verein Kultursaat züchtet, um sie als Gemeingut zu erhalten. Eine Initiative, die die Besucher/innen unbedingt für unterstützenswert erachten. Deutlich wurde bei der Führung ebenso wie bei der vorangegangenen Besichtigung der Senfmanufaktur, dass sich ökologisch motivierte Unternehmen auf einer steten Gratwanderung zwischen ökologischem Idealismus und ökonomisch-strukturellen Anforderungen befinden.

Neues Bio-Bier in neuen Schläuchen: Haderner Bräu

Am Ende dieses lehrreichen Tags verabreichte die Brauereileiterin Marta Girg den Kolleg/innen von den Ökokisten das wohlverdiente Feierabendbier. Kostproben von den Erzeugnissen der ersten ökologischen Brauerei Münchens machten die Runde während Marta Girg die Geschichte der 2016 gegründeten Brauerei Haderner Bräu vorstellte. Die Gäste probierten, verglichen und diskutierten engagiert und waren sich am Ende einig, dass es die Biere durchaus mit denen der bisherigen Marktteilnehmer aufnehmen können.

Arbeit und Spiel

Vorträge zu Achtsamkeit, gutes Essen und vor allem jede Menge Spiele rundeten die Veranstaltung ab, bei der niemals Langeweile aufkam. Trotz dieses spielerischen Ansatzes nahmen die Teilnehmer/innen viele Erkenntnisse für ihre Arbeit mit nach Hause, um sowohl die Zufriedenheit der Kund/innen als auch der Mitarbeiter/innen zu steigern. Dass Arbeit und Spiel keine Gegensätze sein müssen, kann man auch während der Mittagspausen in der Isarland Ökokiste häufig beobachten, wenn spannende Dart-Turniere unter den Abteilungen ausgefochten werden.

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