Auf die Höfe

Biohof Lex

Regelmäßig lädt die TAGWERK Verbraucher- und Erzeugergenossenschaft ihre Lizenznehmer ein zu einem Besuch der landwirtschaftlichen und verarbeitenden Betriebe des Netzwerks. Für die Kolleg/innen von der Isarland Ökokiste ist dieser Besuch auf den Höfen eine willkommene Gelegenheit, einen guten Einblick in die Produktion der Lebensmittel zu bekommen und mit den Bauern und Bäuerinnen vor Ort zu sprechen.

Der Biohof Lex wirtschaftet schon seit 1979 ökologisch

Mitten im TAGWERK-Land liegt der Biohof Lex in Emling, nahe Erding. Der Familienbetrieb wird von Lorenz und seiner Tochter Bernadette Lex geleitet. Bereits 1979 hat Lorenz Lex als Betriebsleiter den Betrieb auf ökologischen Landbau umgestellt. Auslöser dafür waren gesundheitliche Probleme, die er mit einer Ernährungsumstellung heilen konnte. Da war es nur konsequent, auch den Landbau auf eine gesunde Wirtschaftsweise und die Produktion gesunder Lebensmittel umzustellen. Der Pionier-Betrieb ist Mitglied der ersten Stunde beim Bio-Anbauverband Naturland, der Anfang der 1980er Jahre gegründet wurde.

Demonstrationsbetrieb und Lernort

Biohof Lex ist Lernort Bauernhof

Aufgrund dieser langen Erfahrung mit dem Bio-Landbau hat das Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung den Biohof Lex als "Demonstrationsbetrieb für ökologischen Landbau" in sein Programm aufgenommen. Bäuerinnen und Bauern, aber auch interessierte Verbraucher/innen können sich dort informieren. Überhaupt wird Bildung groß geschrieben auf dem Biohof Lex. Als offizieller Lernort lässt die Familie Lex Kinder das Leben und Arbeiten auf dem Bauernhof erleben. So wird für die Zukunft das Wissen darüber gesichert, wo unsere Lebensmittel herkommen und warum es nicht egal ist, wo und wie sie hergestellt werden. Die Lex-Schwestern sind nicht nur gut ausgebildete Landwirt/innen, sondern auch engagierte und authentische Wissensvermittlerinnen. Ihren Ausführungen über den nachhaltigen Landbau zuzuhören inspiriert und macht Freude. Der Funke der Begeisterung sprang bei unserem Besuch nicht nur auf die TAGWERK-Gruppe über, auch eine Kindergartengruppe genoss sichtlich den Tag auf dem Bauernhof.

 

Würdiges Hühnerleben

Hühner auf dem Biohof Lex

Der Biohof Lex steht auch für Vielfalt und Experimentierfreude. Lange Zeit viehlos, setzte Lorenz Lex auf den Anbau von Leguminosen, um die Bodenfruchtbarkeit auf natürliche Weise aufzubauen. Eine differenzierte Fruchtfolge sorgt dafür, dass sich Pflanzenkrankheiten und -schädlinge nicht etablieren können und dass Nährstoffe erhalten bleiben. Inzwischen gehört auch eine Schar von Legehennen zum Bauernhof. Ihre Eier werden vermarktet, der Mist dient als Dünger. Gefüttert werden die Hühner mit Körnern und Hülsenfrüchten von den eigenen Feldern. Alles, was zu klein oder nicht mehr intakt genug ist, um in den Handel gebracht zu werden, landet bei den Hühnern. So wird nichts verschwendet. Und weil die Familie Lex vegetarisch lebt, werden die Hühner auch nicht geschlachtet, sobald sie nicht mehr genug Eier legen. Die älteren Hühner kommen zu Hobbyzüchter/innen und dürfen dort weiterleben.

Vielfalt für eine zukunftsfähige, nachhaltige Landwirtschaft

Bernadette Lex, Foto (c) Birgid Allig

Auf dem Biohof Lex ist alles gut durchdacht, vom Bodenaufbau über die Auswahl der Kulturen bis zur Verarbeitung und Vermarktung der hofeigenen Produkte. Bei über 100 Hektar Fläche und fast zwanzig verschiedenen Kulturen ist Organisationstalent gefragt. Die Eltern und die vier Schwestern teilen sich die vielen Aufgaben und schaffen so Erstaunliches. Sie bauen eine breite Vielfalt von Getreide und Hülsenfrüchten an, ein großer Teil davon dient der Saatgutvermehrung und bedarf deshalb eines besonders sorgfältigen Vorgehens. Jedes Jahr probiert der Öko-Betrieb neue Kulturen aus, die auch der Klimaüberhitzung standhalten. Daneben legt die Familie Biotope und Feldhecken an und engagiert sich für den Umweltschutz vor Ort. Die Artenvielfalt auf den Flächen des Biohof Lex ist deshalb vorbildlich hoch. Ein „haben wir schon immer so gemacht“ gibt es nicht bei der Familie Lex, stattdessen schauen sie in die Zukunft, krempeln die Ärmel hoch und gestalten ihr Leben und Wirtschaften so nachhaltig wie möglich.

Vom Korn zum Müsli

Oberkulmer Rotkorn vom Biohof Lex

Die Produkte des Biohof Lex eignen sich deshalb auch besonders für eine nachhaltige Ernährungsweise. Die Hülsenfrüchte und Getreide, darunter alte Sorten, wie das Oberkulmer Rotkorn, werden auf dem Hof gereinigt, verbrauchsfertig hergerichtet und erst kurz vor dem Versand verpackt. Auf kurzen Wegen kommen sie zum Beispiel über TAGWERK oder den eigenen Hofladen in den lokalen Handel. Die Bayerische Minestrone, den Buchweizen und die Gerstengraupen u.a. erhalten Sie bei der Isarland Ökokiste. Das Getreide vom Biohof Lex steckt auch in weiteren Produkten aus unserem Sortiment: im Mehl von der Wolfmühle oder im Crunchy von Barnhouse!

Foto von Bernadette Lex: (c) Birgid Allig

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