Schnelle langsame Böhnchen aus Umbrien: Fagiolina del Lago Trasimeno

Trasimener Böhnchen

Fast so klein wie Reiskörner und in vielen Brauntönen schillernd sind die Böhnchen, die am Lago Trasimeno in Umbrien kultiviert werden. Sie schmecken angenehm buttrig-nussig, haben eine weiche Schale und stecken voller Nährstoffe. Ihr Anbau in dieser Region Italiens wird auf die Etrusker zurückgeführt. Aufgrund der (hand-)arbeitsintensiven Anbau-, Ernte- und Verarbeitungsmethoden fiel die Hülsenfrucht jedoch in den 1950er Jahren der Umstellung auf ertragreichere Intensivkulturen zum Opfer. Sie verschwand in der Folge fast vollständig von den Äckern und Tellern. Erst in den 1990er Jahren bemühten sich junge, ökologisch engagierte LandwirtInnen um die Wiedereinführung der traditionsreichen Bohne, wie z. B. Fabio Mario Berna von der Azienda Agricola Melagrani. Unterstützt wurden sie von örtlichen Initiativen zur Landschaftspflege. Seither hat die Fagiolina del Lago Trasimeno wieder einen festen, wenn auch kleinen Platz auf den Anbau- und Speiseplänen in Umbrien. Auch die Organisation „Slow Food Italien“, die um den Erhalt der Vielfalt von Lebensmitteln bemüht ist, führt sie auf ihrer Liste der schützenswerten Pflanzenarten.

Puristische GenießerInnen empfehlen, diese rare Bohnenspezialität lediglich mit gutem Olivenöl gewürzt zuzubereiten, um ihren feinen Geschmack nicht zu überlagern. Weniger puristisch schmecken sie auch im Salat oder Eintopf mit Nudeln. Auch wenn sie kein "Fast Food" sind, kann man sie nicht als langsam bezeichnen. Denn im Vergleich zu anderen getrockneten Bohnenkernen haben sie den Vorteil, dass sie auch ohne vorheriges Einweichen in nur 40 Minuten weichgekocht sind.

Rezeptvorschlag: Polenta mit Bohnen und Bärlauch Salsa

Zutaten für vier Personen:

Bohnen: 250g Trasimeno-Bohnen, 1 Lorbeerblatt, 150g Cherrytomaten, 1 Bund Radieschen, ca. 3 EL Balsamico, ca. 3 EL Olivenöl, 50g getrocknete Tomaten, Salz und Pfeffer

Polenta: 250 g Polentagrieß, ca. 1 Liter Gemüsebrühe (abhängig von der Polenta, siehe Zubereitungshinweise auf der Packung), 100 g geriebener Parmesan oder geriebene Haselnüsse, 1 EL Butter oder Olivenöl, 1 EL Thymian, Salz und Muskatnuss

Bärlauch Salsa: 1 Bund Bärlauch, 1 Bund Petersilie, Kapern, 1 EL mittelscharfer oder Dijon Senf, Saft und Abrieb von einer Zitrone, 4 EL Olivenöl, Salz und Pfeffer

Zubereitung:

Böhnchen waschen und über Nacht mit einem Lorbeerblatt in reichlich Wasser einweichen. Danach abgießen und in 1,5 bis 2 Liter Wasser ca. eine halbe Stunde oder ohne vorheriges Einweichen entsprechend länger kochen. Die Cherrytomaten und Radieschen putzen und je nach Größe vierteln oder achteln. Trockentomaten in feine Streifen schneiden. Die Zutaten mit Essig, Öl, Salz und Pfeffer vermengen und durchziehen lassen. In der Zwischenzeit können Sie Polenta und Salsa zubereiten.

Polenta in die kochende Brühe einrieseln lassen. Dabei gleichmäßig rühren, damit die Polenta nicht zum blubbernden Vulkan oder zur Klümpchensuppe wird. Sobald sich der Maisgrieß in der Flüssigkeit aufgelöst hat, muss der Brei ca. 10 Minuten auf kleiner Flamme weitergekocht werden und anschließend noch 10 - 20 Minuten ohne Temperatur durchziehen. Der Maisgrieß sollte weich und die Konsistenz des Breis dick und geschmeidig sein. Falls er zu fest wird, kann noch etwas Brühe nachgegossen werden. Danach Butter, Parmesan und/oder Haselnüsse und Kräuter einrühren und mit Salz und Muskatnuss abschmecken.

Für die Soße die gewaschenen Kräuter fein schneiden, Kapern vierteln und Zitrone heiß waschen und die Schale abreiben. Alles miteinander vermischen, Öl und Zitronensaft zugießen und mit Senf, Salz und Pfeffer würzen.

Die Bohnen mit der Bärlauch-Salsa auf der Polenta verteilen. Eventuell mit Parmesan bestreuen.

Variante: Das Bohnengericht lässt sich gut im Voraus zubereiten. Alternativ können Sie die fertige Polenta auf einem Backblech verstreichen und fest werden lassen. In rechteckige Stücke geschnitten wird die Polenta in heißem Bratfett knusprig gebacken. Anschließend mit den marinierten Bohnen und der Salsa servieren.

Zu den Fagiolina del Lago Trasimeno in unserem Shop

Foto: Azienda Agricola Melagrani

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