Erbsenzählen

Zuckerschoten, Foto: Cheryl/cc

Zuckerschoten, Zuckererbsen, Palerbsen, Markerbsen usw. Die Familie der Erbsen hat eine weitreichende Verwandtschaft aufzuweisen. Anbau, Ernte, Zubereitung und Geschmack sind unterschiedlich, aber eines haben sie gemeinsam: Sie schmecken fantastisch. Zur Erbsensaison machen wir daher eine kleine Erbsenkunde – mit passendem Rezept.

Große Erbsenvielfalt

Handelt es sich bei der Unterscheidung zwischen den Sorten um Erbsenzählerei? Tatsächlich ist das Spektrum von Anbau, Zubereitung oder Aufbewahrung sehr groß. Bei den beiden Hauptsorten, die aus dem europäischen Raum stammen, Markerbsen und Pal- oder Schälerbsen können lediglich die Erbsenkörner gegessen werden. Markerbsen runzeln in der Schote leicht, sie werden noch grün geerntet, ausgepalt und als Gemüse zubereitet. Diese Erbsensorte eignet sich auch zum Tiefkühlen oder einmachen. Bei der Palerbse bleiben die Samen glatt und rund, sie können aber erst reif, nach dem Abtrocknen der Schote geerntet werden. Ihr Stärkegehalt ist niedriger als der der Markerbse, weshalb sie weniger süß schmeckt. Palerbsen werden nicht frisch gegessen, sondern getrocknet und beispielsweise zur Suppe verkocht. Bei der Zuckererbse, die ursprünglich aus dem asiatischen Raum kommt, eignet sich auch die junge Schote zum Verzehr. Sie weist im Gegensatz zu Pal- und Markerbse keine Pergamentschicht auf und bleibt deshalb zart und weich. Die Erbsen, die sie ausbildet, können auch gegessen werden, allerdings wird die Zuckererbse meistens im unreifen Zustand als Zuckerschote geerntet. Die Ernte beginnt bereits im Frühling und Frühsommer.

Weniger ist mehr, näher ist besser

Im konventionellen Handel werden Zuckerschoten oftmals aus Afrika oder Asien importiert, sie haben nicht nur eine lange Reise hinter sich, sondern sind auch aufwendig verpackt. In den letzten Jahren wurden in Untersuchungen auch Rückstände von Pflanzenschutz und Desinfektionsmitteln festgestellt. Deshalb lohnt es sich, die Freilandsaison der Zuckerschoten abzuwarten und regional angebaute Bio-Erbsen zu kaufen. Damit erhält man nicht nur gesünderes Gemüse und trägt zum Klimaschutz bei, die Vorfreude auf die nächste Zuckerschotensaison erhöht zudem den (bewussten) Genuss.

Hülsenfrüchte sollten nicht In geringen Mengen eignen sie sich auch zum rohen Verzehr. In feine Streifen geschnitten verleihen sie Blatt- oder Gemüsesalaten eine feine, süßliche Erbsennote. Wer aber sicher gehen möchte, sollte Zuckerschoten blanchieren. Kurz in Butter angebraten, intensiviert sich der feine Geschmack der Zuckerschoten und so lässt sich mit wenigen weiteren Zutaten, wie z.B. Cherrytomaten, frischen Kräutern und Fetakäse oder Mozzarella schnell eine feine Vorspeise zaubern. Oder probieren Sie unseren Rezeptvorschlag aus, ein Klassiker aus Kindertagen, neu und frisch interpretiert:

Rezept: „Erbsen und Möhrchen – nicht aus der Dose“

Zutaten:

300 g Zuckerschoten, 500 g Gelbe Rüben, 1 Bund Frühlingszwiebeln, 1–2 EL Butter oder Öl, 1 Bund Kerbel oder Petersilie, Saft und Abrieb einer halben Zitrone, Pfeffer und Salz

Zubereitung:

Frühlingszwiebeln putzen, Gelbe Rüben Schälen und Zuckerschoten waschen, dabei Stielansätze und Fäden entfernen. Das Gemüse schräg in gleich große Streifen bzw. Scheiben schneiden. Butter bei mittlerer Hitze in der Pfanne schmelzen und Frühlingszwiebeln darin glasig dünsten, Gelbe Rüben und nach fünf Minuten die Zuckerschoten dazugeben. Weitere 5–10 Minuten garen, wenn das Gemüse durch, aber noch bissfest ist, Kräuter untermischen. Abschließend mit Zitronensaft und -abrieb, Salz und Pfeffer abschmecken. Als Beilage, Vorspeise oder Hauptgericht mit Brot servieren.

Guten Appetit beim Erbsenzählen!

Foto: Cheryl/cc

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