Bioland-Hof Pfänder

im Sortiment

Gelbe Rüben, Lauch, Wurzelpetersilie, Rote Bete, Pastinaken, Petersilienwurzeln, Gelbe Bete, Sellerie, Kraut und Kohlgemüse

Anbauverband & Lage

BiolandSchwabmünchen, Landkreis Augsburg, 80 km von München entfernt

Der Hof
  • Familienbetrieb
  • seit 1984 ökologischer Landbau
  • seit 1986 Bioland-zertifiziert
  • seit 1998 Gemüseanbau

Engagement der ganzen Familie

Die Anbauflächen des Pfänderhofs umfassen 45 Hektar, davon entfallen 18 Hektar auf den Gemüseanbau und fünf Hektar auf den Kartoffelanbau. Auf den übrigen Flächen wachsen Getreide und Kleegras für die Gründüngung. Kultiviert wird eine große Vielfalt an Gemüsesorten, das Hauptkriterium bei der Auswahl ist, dass die Kultur im Freiland wächst. Bewirtschaftet wird der Hof von Hans Pfänder und seinen Söhnen Florian und Johannes. Deren Schwester Silvia und zehn weitere Mitarbeiter unterstützen sie momentan dabei.

Umstellung auf Bio-Landwirtschaft aus persönlicher Erfahrung und Überzeugung

Aufgrund negativer Erfahrungen mit der konventionellen Milchviehwirtschaft in den 1980er Jahren kam die Familie Pfänder zu der Erkenntnis, dass die ökologische Landwirtschaft zwar arbeitsaufwändiger, aber schonender, gesundheitsfördernder und vor allem nachhaltiger ist. Das intensiv genutzte Grünland ergab Viehfutter mit zu hohem Proteingehalt, das zu häufigen Erkrankungen der Kühe führte. Erst durch den Verzicht auf mineralischen Stickstoffdünger und Herbizide und die Nutzungsreduktion auf drei statt fünf Schnitte im Jahr konnte Hans Pfänder bekömmlicheres Grünfutter erzeugen, das sich positiv auf die Gesundheit der Tiere auswirkte. Dieser Zusammenhang sowie die Beobachtung, dass die Biodiversität durch die extensivere Grünlandnutzung zunahm, veranlassten den Landwirt, sich mit den Prinzipien des ökologischen Landbaus zu beschäftigen. Überzeugt von deren Richtigkeit, nahm er an einem Umstellungsseminar des Bioland-Verbands teil, stellte seinen Hof 1984 als erster Landwirt in der Region Schwabmünchen nach Bioland-Kriterien um und erhielt 1986 schließlich vom Verband seine Zertifizierung.

Abkehr von Nutzviehhaltung und Umstellung der eigenen Nahrungsgewohnheiten

Zwanzig Jahre später kehrte die Familie Pfänder der Milchviehzucht den Rücken und setzte auf Gemüseanbau. Auch bei diesem Schritt waren Erfahrung und Überzeugung im Spiel. Die siebenköpfige Familie begann, sich vegetarisch zu ernähren. Die Viehhaltung und das damit verbundene Schlachten der älteren Milchkühe kamen für sie daher nicht mehr in Betracht. Beim Gemüseanbau hält sich die Familie Pfänder ebenso an die Bioland-Richtlinien wie bei der Milchviehwirtschaft: Sie verzichtet konsequent auf ressourcenintensive synthetische Dünge- und Spritzmittel und gentechnisch verändertes Saatgut. Stattdessen fördert sie ein intaktes Bodenleben mit vielseitigen Fruchtfolgen und einer großen Vielfalt an Kulturpflanzen, darunter auch viele alte und seltene Gemüsesorten. Statt die Flächen möglichst intensiv zu nutzen, werden Rückzugsräume für Insekten, Vögel und Wildtiere geschaffen. Denn Biodiversität fördert die Gesunderhaltung von Pflanzen, indem sie beispielsweise zur Regulierung von Schadinsektenpopulationen beiträgt.

Die Basis des ökologischen Anbaus von Feldgemüse bildet die Fruchtfolge, also der jährliche Wechsel der Kulturen auf einer Fläche. Die Fruchtfolge beginnt mit Kleegras, das Stickstoff im Boden bindet, Wildkräuter überwuchert und den Boden lockert. Darauf folgen Gemüse und Getreide. Um deren Wachstum zu fördern, wird zudem der Boden mit dem Pflug bzw. dem Grubber gelockert, wobei Ernterückstände entfernt werden. Das Beikraut wird durch die Fruchtfolge und zusätzlich durch Hacken und Abflammen reguliert. Handarbeit ist bei einigen Kulturen wie Gelbe Rüben und Rote Beten, die in engen Reihen stehen, erforderlich. Auch die Ernte lässt sich nur bedingt maschinell erledigen.

Erfahrung und technische Innovationen gehen Hand in Hand

Um sich unabhängig von Düngemittelherstellern zu machen und die Erntereste zu verwerten, setzen die Pfänders auf Kompostierung. Den innerbetrieblichen Nährstoffkreislauf erhalten sie mit der Methode der aeroben Kompostierung nach Lübke aufrecht. Dabei wird durch eine ausgeklügelte Zusammenstellung der Ausgangsmaterialien, eine regulierte Sauerstoffzufuhr und einen bestimmten Feuchtigkeitsgehalt der Rotteprozess gesteuert. Die Fehlerquellen sind dabei zahlreich und so sind eine genaue Beobachtung und viel Erfahrung nötig, um ein fruchtbares Substrat zu gewinnen. Dass die Familie Pfänder ihren Erfahrungen folgt und gleichzeitig offen für den Wandel ist, beweist sie immer wieder. So wird derzeit mit Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) eine Aufbereitungshalle zum Waschen, Sortieren und Lagern von Gemüse nach modernsten technischen Standards gebaut.