Gemüseanbau Wiethaler

im Sortiment

Zucchini, Kürbisse v.a. Hokkaido, Butternut; Spitzkraut, Mangold, Buschbohnen, Frühkartoffeln, Topinambur, schwarzer Rettich, weiße Rüben, Wassermelonen, Pastinaken, Zuckermais

Anbauverband & Lage

BiolandKammersdorf/Stallwang im Vorderen Bayerischen Wald, 170 km von München entfernt

Der Betrieb
  • Pachtbetrieb
  • seit 1983 ökologischer Landbau
  • Bioland-zertifiziert

Vielfältiger Bio-Gemüseanbau in der Donauebene

Gemüseanbau Wiethaler - Mangold

Auf einer Fläche von 130 Hektar erstrecken sich die 70 Ackerstück des Gärtnereibetriebs Wiethaler im fruchtbaren niederbayerischen Gäuboden. Die nährstoffreichen Böden und das milde Klima der Donauebene nahe Straubing ist ideal für den Gemüseanbau.

Im November 1983 begann Martin Wiethaler mit seiner damaligen Partnerin auf 2 Hektar Pachtgrund am Rand des Bayerischen Waldes Kartoffeln und Dinkel anzubauen und Schafe zu halten. Der biologische Landbau wurde Anfang der 80er Jahre in Niederbayern noch nicht als wirtschaftliche Alternative ernstgenommen. Dank innovativer Ideen und Direktvermarktung konnte der Bio-Landwirt bald seine Anbauflächen Richtung Gäuboden ausdehnen und weitere Kulturen anbauen, sodass er mit den befreundeten Betrieben Waas, Laurer und Stockner mittlerweile zu den führenden Bio-Gemüseanbauern der Region gehört. Der Getreide- und Kartoffelanbau nimmt eine untergeordnete Stellung ein. Stattdessen setzen er und seine Partnerin Lydia Hecht, die den Betrieb mit ihm leitet, auf eine Vielfalt von Gemüse- und Obstkulturen. Auf 75 Hektar wachsen neben Rettich, Rüben, Kraut und Bohnen auch Wassermelonen und Speisekürbisse. Die Hauptkultur machen allerdings die Zucchini aus, die Wiethaler und Hecht bereits früh im Sommer ernten können. Mit der Ernte der Hokkaidokürbisse im November beschließen sie die Saison. Denn ihr Ehrgeiz besteht darin, die ersten und die letzten Kulturen anbieten zu können. Das setzt viel Erfahrung und konsequente Bodenpflege voraus.

Hakenpflug und Wurzelgarten

Die Bodenfruchtbarkeit wird durch Fruchtwechsel erhalten und gepflegt. Anstatt ihre Gemüsefelder möglichst intensiv zu bewirtschaften, setzen die Wiethalers auf eine großzügige Flächenausstattung, von der ein Drittel ständig mit Gründüngung und Getreide bewachsen ist. Dabei sorgen beispielsweise Wickroggen und Erbsen für die Anreicherung des Bodens mit Stickstoff, die Verdrängung des Beikrauts und die Vorbeugung von Pflanzenkrankheiten. Zusätzlich gedüngt wird lediglich mit dem Kompost aus eigenen Ernteresten. Zur Bodenpflege setzt Martin Wiethaler zudem auf die Kultivierung auf Dämmen. Dafür entwickelt er seit einigen Jahren ein traditionelles Anbausystem weiter. Beim Hakenpflug, mit dem Dämme angehäufelt werden, handelt es sich um eine alte Technik, an deren Modernisierung der Bio-Landwirt arbeitet. Inzwischen hat er den Pflug soweit perfektioniert, dass er ihn als Bausatz an andere Landwirte verkaufen kann.

Lydia Hecht ist nicht weniger innovationsfreudig als ihr Partner. Sie betreibt mit dem „Wurzelgarten“ seit einigen Jahren Selbsternteflächen, auf denen neben den ursprünglich geplanten Erdbeeren zunächst Tomaten, Paprika und Salate dazu gekommen sind. Mittlerweile können die Selbsternter alle Gemüse- und Obstsorten für den täglichen Bedarf ernten. Lydia Hecht bietet z.B. bis zu 80 verschiedene Tomatensorten an, die unter Anleitung frisch von der Pflanze gepflückt werden können. Auch Physalis, Ananaskirschen und Melonen baut sie für die Selbsternte an. Dabei experimentiert sie mit raren alten, samenfesten Sorten, die sie versuchsweise im Wurzelgarten kultiviert. Zeigen sie Erfolg, werden sie in den Gemüseanbau übernommen und über die Ökokiste vermarktet.

Tiergerechte Schweinehaltung

Die Planung des Anbaus vielfältiger Kulturen auf so vielen unterschiedlichen Flächen unter dem Vorzeichen des Fruchtwechsels ist aufwändig. Ein weiteres Projekt der beiden umtriebigen Gemüsebauern ist eine tiergerechte Schweinehaltung im Freiland. 20 Schweine, die von robusten alten Rassen abstammen, werden in einer kleinen Herde auf Stroh gehalten. Sie werden mit den Ernteresten aus dem eigenen Betrieb und Topinambur gefüttert anstatt mit dem üblichen Sojaschrot. Geschlachtet wird nur einmal im Jahr auf dem Hof, das Fleisch der Schweine vermarkten sie direkt. Zu zweit würden sie das damit verbundene Arbeitspensum nicht stemmen. Lydia Hecht und Martin Wiethaler werden deshalb bei ihrer Arbeit von drei Mitarbeiter/innen und bis zu 30 Saisonarbeiter/innen unterstützt.