Über den grünen Klee

Die ersten Tomatenpflänzchen auf den Fensterbrettern sind bereits startklar. Der Frühling lässt allerdings noch auf sich warten. Bis die Sonne die Gärtner/innen ins Beet locken wird, bleibt deshalb genügend Zeit für die gründliche Gartenvorbereitung. Neben der passenden Erde und dem richtigen Saatgut für das ökologische Gärtnern, ist auch die Wahl des Bio-Düngers eine Überlegung wert.

Die Wissenschaft vom Bio-Dünger

Viele Dünger, die unter dem Label „Bio“ verkauft werden, bestehen aus Schlachtabfällen oder organischen Reststoffen aus der konventionellen Landwirtschaft und Industrie. Sie dürfen als „Bio-Dünger“ in den Handel kommen, weil der Begriff „Bio“ für Düngemittel und Substrate nicht gesetzlich geschützt ist. Es reicht aus, dass sie aus organischen Rohstoffen hergestellt wurden, unabhängig von deren Herkunft. Aus diesem Grund wurde am Lehrstuhl für Ökologischen Landbau an der HTW Dresden im Rahmen eines Forschungsprojekts der erste rein pflanzliche Dünger entwickelt, der ausschließlich aus Naturland-zertifiziertem Klee hergestellt wird.

Gründüngung für Privatgärten

Klee ist eine Leguminose und besitzt damit die Eigenschaft, u. a. molekularen Stickstoffe aus der Luft mit Hilfe von Knöllchenbakterien an den Wurzeln im Boden zu binden. Deshalb wird Klee in der ökologischen Landwirtschaft auch als Gründüngung angepflanzt. Er soll die Bodenfruchtbarkeit zwischen dem Anbau von zehrenden Kulturen wiederaufbauen. In Privatgärten ist der Anbau von Gründüngung meist nicht möglich oder erwünscht. Deshalb hat das Forscherteam um Prof. Dr. Knut Schmidtke und Simon Scheffler ein leicht zu handhabendes Düngemittel entwickelt, das die positiven Eigenschaften des Klees nutzt. Aus dem vierjährigen Forschungsprojekt entstand das Startup grünerdüngen GmbH, das den Dünger produziert und vermarktet. Im Jahr 2017 bekam es die Naturland-Zertifizierung und kurz darauf wurde es mit dem Sächsischen Umweltpreis 2017/18 ausgezeichnet.

„Starthilfe“ für Tomaten

Die Produktion des pflanzlichen Düngers kommt nicht nur den Hobbygärtner/innen zugute. Der Klee für KleePura wächst auf den Ackerflächen von ökologisch wirtschaftenden Familienbetrieben in Sachsen, denen damit eine alternative Einnahmequelle zur Verfügung steht. Der Klee wird nach der Ernte zu kleinen, hochwirksamen Pellets verarbeitet, die im Gegensatz zu den meisten Düngemitteln angenehm riechen. Aufgrund seiner Nährstoffzusammensetzung eignet sich KleePura besonders für „hungrige“ Pflanzen wie Tomaten, Brokkoli oder Erdbeeren, Physalis. Die Frühlingssonne kommt bald, mit etwas „Starthilfe“ werden aus Ihren Tomatenpflänzchen wunderbare Stauden voller saftiger Früchte.

Foto: Luis Miguel Bugallo Sánchez cc

Zurück

Einen Kommentar schreiben