Spargelsaison bei Isarland

Bio-Landwirt Sepp Keil eröffnet die Spargelsaison bei Isarland

Spargel muss frisch sein. Darauf können sich die Spargelgenießer/innen einigen. Doch muss er auch bio sein? Die Unterschiede zwischen der konventionellen und der ökologischen Anbauweise sieht man dem Obst und Gemüse meist nicht an. Auf dem Feld und in der Landschaft wird er aber deutlich. Das betrifft nicht nur die „Dirty Dozen“, die am meisten mit Pestiziden belasteten Früchte, wie u.a. Erdbeeren und Äpfel. Die „Clean Fifteen“, zu denen der Spargel zählt, beinhalten zwar nicht eine derartig beunruhigende Pestizidmenge. Viele Argumente sprechen dennoch dafür, auch sie stets in Bio-Qualität zu kaufen. Zunächst sind die Wirkungen vieler Gifte noch nicht vollständig nachweisbar, das betrifft vor allem die Giftcocktails aus verschiedenen Pestiziden, Herbiziden und Fungiziden. Grünes Licht kann hier also nur vorläufig gelten. Für den konsequenten Konsum von ökologisch erzeugtem Obst und Gemüse sprechen daneben die Folgen für Umwelt und Klima.

Dirty Dozen oder Clean Fifteen: ökologischer Landbau macht immer Sinn

Der ökologische Landbau ist ressourcenschonender, weil er auf mineralölbasierten Dünger verzichtet. Zudem schont er den fruchtbaren Boden und verhindert gleichzeitig Überschwemmungen bei Starkregenereignissen. Er trägt weniger zum Stickstoffüberschuss und damit zur Verunreinigung des Grund- und Oberflächenwassers bei. Er emittiert weniger treibhausschädigende Stoffe und verzichtet auf chemischen Pflanzenschutz, der die Artenvielfalt bedroht.

Der Bioland-Spargelbauer Sepp Keil von der Spargelinsel in der Donau bei Kelheim ist ein gutes Beispiel dafür, wie ökologischer Landbau trotz Mehraufwand und geringerer Gewinnspannen gut funktioniert.

Mehr Platz, kein Gift

Sepp Keil und Beate Mayer pflanzen den Spargel in 40% weiteren Abstand als im konventionellen Anbau üblich. Die Anlagen trocknen nach Regen so schneller ab. Diese Maßnahme verhindert Pilzkrankheiten ohne den Einsatz von Fungiziden.

Die Bio-Landwirt/innen regulieren die Beikräuter ausschließlich mechanisch. Mit speziellen Maschinen wird die Erde um die Spargelpflanze immer wieder aufgehäufelt und abgetragen, um das Wachstum der Wildkräuter zu verhindern. Zudem wird während oder nach Regenperioden manuell gehackt, um den Boden nicht durch das Befahren des Felds mit schweren Maschinen zu verdichten.

Das dominante Schadinsekt im Spargelbau ist das Spargelhähnchen. Um den Befall zu verhindern, wird im Bedarfsfall Neem Azal eingesetzt. Das Mittel wird aus dem afrikanischen Neembaum gewonnen. Für den Menschen ist Neem Azal ungefährlich.

Synthetikverzicht und Artenreichtum

Gedüngt wird auf der Spargelinsel ausschließlich organisch. Statt Stickstoff einzutragen, der aus dem sandigen Boden ausgewaschen und ins Oberflächenwasser geschwemmt wird, setzen Sepp Keil und Beate Mayer auf Gründüngung. Vor der Pflanzung mit Spargel bauen sie Leguminosen an. Diese reichern den Stickstoff aus der Luft mithilfe ihrer Knöllchenbakterien im Boden an und stellen ihn den Folgekulturen optimal zur Verfügung.

Ansonsten vertrauen die beiden Bio-Landwirt/innen auf den hohen Mineralstoffgehalt der Donauschwemmlandböden. Durch ihre konsequente Bodenpflege konnten sie zudem den Humusgehalt erhöhen. Beheizt, wie in vielen konventionellen Betrieben, wird der Boden eh nicht.

So kann gesunder, aromatischer Spargel wachsen, wenn Zeit dafür ist. Daneben können Sepp Keil und Beate Mayer auf einen Artenreichtum rund um ihre Felder verweisen, auf die sie zu Recht stolz sind.

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