Ökokiste auf Tour: Zu Besuch beim Fairkauf Handelskontor

Auf regionalen Lieferanten und Produzenten liegt natürlich unser Hauptaugenmerk. Weil jedoch nicht alles in der Region produziert werden kann, setzen wir bei Erzeugnissen wie z.B. Kaffee und Schokolade, sehr gerne auf den fairen Handel. Einer unserer wichtigsten und langjährigen Partner in diesem Bereich ist die Fairkauf Handelskontor eG in München.

Um uns selbst ein Bild vom Sortiment und den Hintergründen zu machen, hatten einige Mitarbeiter aus dem Kundenservice, dem Marketing, dem Packteam, der Buchhaltung und unsere Geschäftsführung Ende September die Möglichkeit zu einer exklusiven Führung durch das Fairkauf Handelskontor. Wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich für den gelungenen und informativen Nachmittag bei den Gastgebern Michael Drechsler und Peter Eicher bedanken!

Michael Drechsler von Fairkauf erzählte uns mehr über den weltweit größten Fairhandels-Importeur GEPA. Die GEPA bezieht ihre fairen Waren aus knapp 50 Ländern, von über 200 Produzenten. Seit mehr als 40 Jahren gibt es die GEPA. Angefangen hat alles mit dem immer noch im Sortiment erhältlichen Guatemala-Kaffee. Die Beständigkeit diese Handelsbeziehung, erklärt uns Michael Drechsler, ist typisch für die GEPA. Gerade im Vergleich mit anderen Herstellern, die ihre Waren auch gerne über den konventionellen Handel vertreiben und sich mit dem Fairtrade-Siegel schmücken, zeichnet sich die GEPA durch Langfristigkeit und intensive Zusammenarbeit aus. So ist bei der GEPA etwa eine Vorfinanzierung selbstverständlich, kleine benachteiligte Organisationen werden umfassend beraten, und die bezahlten Preise liegen meist deutlich über den Mindeststandards, die der Faire Handel festlegt. Darüber hinaus gleicht die GEPA das für die Transporte angefallene CO₂ bei den Partnern im Süden aus – mehr als 13.300 Bäume wurden so schon auf den Philippinen gepflanzt.

Besonders interessant waren für uns die Ausführungen Michael Drechslers zum sogenannten Mengenausgleich. Dieser wurde von der Fairtrade International (FLO) festgelegt, die ihrerseits auch die Kriterien für das Fairtrade-Siegel entwickelt. Er kann bei Kakao, Rohrzucker, Fruchtsäften und Tee angewandt werden. Falls Produkte physisch nicht eindeutig zurückzuverfolgen sind, also wenn es in der Verarbeitung keine Trennung zwischen Fairtrade – und nicht Fairtrade-Rohwaren gibt, ist die Voraussetzung für den Mengenausgleich geschaffen. Dieser soll sicherstellen, dass hierzulande nicht mehr Produkte mit dem Fairtrade-Siegel verkauft werden, als Rohwaren ursprünglich eingekauft wurden. Die GEPA allerdings wendet diesen Mengenausgleich nicht an. Die physische Rückverfolgung aller Produkte, von der fair eingekauften Rohware bis ins Päckchen ist so gewährleistet. Es werden bewusst Verarbeiter gesucht und unter Vertrag genommen, die faire Ware getrennt von nicht fairer Ware verarbeiten können. D.h. bei GEPA ist drin was draufsteht: Was von den Produzentenorganisationen fair eingekauft wird, findet der Verbraucher auch im Päckchen.

Viele weitere Informationen zur GEPA erhalten Sie auf www.gepa.de. Natürlich führen auch wir GEPA-Schokoladen, Kaffee, Zucker, Kakao und Tee im Sortiment: Online-Shop.

Eine weitere Besonderheit, die es selbtverständlich auch bei der Ökokiste zu kaufen gibt, ist der München Kaffe. Dieser ist natürlich, wie könnte es vom Fairkauf Handelskontor anders sein, aus fairem Handel. Zusätzlich wird mit dem Kaffee das Volk der peruanischen Asháninka unterstützt. 5 Cent pro verkauftem Päckchen gehen an das Regenwaldvolk. Bisher konnte mit den Extra-Cents u.a. eine 70.000 ha große Schutzzone errichtet werden, zweisprachige Schulbücher beschafft und der Regenwald wieder aufgeforstet werden. Auch scheinbar Selbstverständliches wie die Ausstellung von Geburtsurkunden, die notwendig sind, um das Wahlrecht in Anspruch zu nehmen, konnten mit dem Extra-Erlös des München Kaffees organisiert werden.

Fairkauf Handelskontor beliefert die Ökokiste nicht nur mit fairen Waren aus Mittel- und Südamerika sowie Asien, sondern auch mit fairem Tee von der Bergkräutergenossenschaft aus Österreich. In den 80er Jahren konnten viele Mühlviertler Bäuerinnen und Bauern von der Viehwirtschaft allein nicht mehr leben. Etliche kleinstrukturierte Betriebe standen vor dem Aus. 1986 entschlossen sich daher einige innovative Landwirte zur Selbsthilfe und gründeten die Österreichische Bergkräutergenossenschaft. Durch den Anbau und Verkauf von Kräutern aus kontrolliert biologischem Anbau wurde bis heute der Fortbestand ihrer Betriebe gesichert. Die Bergkräuter Tees sind besonders aromatisch, was zum einen an der Anbauhöhe von 500 bis 800 m liegt, zum anderen daran, dass nur zwei-, maximal dreimal im Jahr geerntet wird. Momentan, so berichtete uns Michael Drechsler, steht bei nahezu allen Höfen die Übergabe an die nächste Generation an. So wie es aussieht, wird auch jeder einzelne Hof Teil der Bergkräutergenossenschaft bleiben.

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