N’Oréal!

Naturkosmetika bei der Isarland Ökokiste ohne L'Oréal

Haben Sie sich schon gewundert, dass in unserem Shop seit Anfang August kaum noch Produkte der Naturkosmetik-Marke „Sante“ zu finden sind?

Die Grenzen von „Bio“

Vor einigen Wochen sorgte eine Nachricht aus dem Hause „Logocos“ für Wirbel in der Bio-Branche. Das 1978 vom Heilpraktiker Hans Hansel gegründete Naturkosmetik-Unternehmen, zu dem mittlerweile Marken wie Logona, Sante, Heliotrop und Fitne gehören, wurde an den Kosmetik-Giganten L’Oréal verkauft. Der Naturkosmetik-Pionier mit Sitz bei Hannover hatte bisher eine steile Karriere gemacht. 1975 als Naturkostladen „Alraune“ gegründet, bot die Firma mit selbst entwickelten Naturkosmetika unter dem Namen „LORIEN GOODS“ eine Alternative zu konventionellen kosmetischen Produkten. In den 80er Jahren wurde aus der rasch wachsenden Firma zunächst „Logona“ und später „Logocos“. Vor einigen Jahren verkaufte Hansel seine „Logocos Naturkosmetik AG“ an eine Holding mit Sitz in der Schweiz. 40 Jahre nach der Gründung wechselte die Aktiengesellschaft erneut ihre Besitzerin. Durch diese Transaktion erhofft sich der Naturkosmetik-Hersteller, der rund 340 Mitarbeiter/innen beschäftigt und im letzten Jahr einen Umsatz von ca. 59 Millionen Euro aufweisen konnte, die Spitzenposition auf dem Naturkosmetikmarkt. Denn L’Oréal ist der weltweit größte Kosmetikhersteller mit einem Jahresumsatz von 26,02 Milliarden Euro und weiß, wie man sich gegen Konkurrenz durchsetzt. Die Anteilsmehrheit an L’Oréal hält die Familie der verstorbenen Firmengründerin Liliane Bettencourt. Mit über 23 % der Aktien ist der Konzern Nestlé als zweitgrößter Eigner an L’Oréal beteiligt.

Wie „Bio“ kann Nestlé sein?

Nestlé ist in der Bio-Branche jedoch nicht unumstritten. Dem Konzern mit Hauptsitz in der Schweiz werden zahlreiche Verstöße gegen Menschenrechte, Tierwohl und Umweltschutz vorgeworfen. Menschenrechts- und Umweltschutzverbände rufen daher immer wieder zum Boykott von Nestlé-Produkten auf. Ein Unterfangen, das sich im Alltag als fast unmöglich erweist, denn Nestlé ist an mehr als 2000 Marken weltweit beteiligt, von Babynahrung, Wasser über Süßigkeiten bis zu Kosmetika. Und das bunte „Nestlé“-Zeichen ziert nicht jede Packung prominent. Die Übernahme von Logocos zeigt, dass Verbraucher/innen selbst mit dem Kauf von Bio-Produkten nicht immer auf der sicheren Seite sind. Schon länger versucht L’Oréal/Nestlé auf dem Bio-Markt Fuß zu fassen. Im Jahr 2006 landete der britische The Body Shop im Einkaufswagen des Kosmetik-Riesen.

Wir haben „Logocos“ ausgelistet

Unsere Kollegin Sabine Hartwig, die das Naturkosmetik-Sortiment betreut, ist davon überzeugt, dass Bio-Kosmetika nicht in die Hände von L’Oréal/Nestlé, die es mit Tierversuchen und Umweltverschmutzung nicht so genau nehmen,  gehören. Deshalb hat sie alle Logocos-Artikel kurzerhand ausgelistet. Ersatz kommt von Bioturm GmbH, einem familiengeführten Unternehmen im Westerwald. Bioturm stellt zertifizierte Naturkosmetika her. Speziell bei Hautproblemen bietet Bioturm eine breite Auswahl. Die Kombination aus dem Lacto-Intensiv Wirkkomplex aus Bio-Molke und hochwertigen Wirkstoffen sorgt für eine optimale Verträglichkeit und eine vitalere Haut. Nach wie vor erhältlich sind die Produkte von Weleda, Urtekram, Martina Gebhardt, Speick und Lenz Naturkosmetik. Und wir halten bei unserem gesamten Sortiment die Augen offen, damit „Bio“ weiterhin ihr Vertrauen verdient. Weil Bio es uns wert ist.

Weitere Informationen auf der Website des Naturkosmetik-Herstellers "Bioturm"

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Kommentar von Dr. Doris Rüb |

sehr gut, danke für den Artikel!
Nestle boykottiere ich wo ich nur kann, aber wie Sie schreiben, es ist nicht immer einfach-

Kommentar von Manuel Hartmann |

Dieser Artikel fällt extrem aus der Reihe, da er keinen anderen Zweck hat als Stimmung gegen Nestle und Werbung für Bioturm zu machen. Sowas gehört nicht in einen Ökokisten Blog.

Antwort von Marketing

Sehr geehrter Herr Hartmann,

der Blog dient auch dazu, unsere Kund/innen über neue Entwicklungen in unserem Sortiment und deren Hintergründe zu informieren. Mit der Darstellung unserer Entscheidung, uns vom Naturkosmetik-Hersteller Logocos zu trennen, möchten wir zeigen, worauf es uns bei der Gestaltung unseres Sortiments ankommt: Wenn möglich bevorzugen wir regionale, kleinere Hersteller, die nach ökologischen Richtlinien produzieren.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Isarland Ökokisten-Team