Genuss für Eine Welt: „Taste for Africa“

Wo kommt der Kaffee her, wer produziert den Kakao in unserer Schokolade? Bei den meisten Kaffees und Schokoladen werden die Produktionsbedingungen nicht offengelegt. Die Fair Trade Handelsgesellschaft GEPA steht für Transparenz und Aufklärung und schlägt auch mit ihrer neuen Linie „Taste for Africa“ einen ungewöhnlichen Weg ein: Sie zeigt auf den Packungen und auf Webseiten, die über QR-Codes auf den Packungen angesteuert werden, Produzent/innen von Kaffee in Uganda und Kakao im westafrikanischen Inselstaat São Tomé. Damit setzt GEPA uns Konsument/innen des globalen Nordens in Bezug zum globalen Süden. Herausgekommen ist aber nicht nur ein aufschlussreiches Projekt, sondern auch eine Reihe hochwertiger Kaffee- und Schokospezialitäten, die mit innovativem Design, alufreier Verpackung und einzigartigem Aroma glänzen.

Spitzenkaffees aus Uganda

Für „Taste Fair Africa“ bezieht die GEPA von den Kleinbauernkooperativen ACPCU und Bukonzo in Uganda Bio-Arabica und Robusta von hoher Qualität, der von Hand gepflückt und an der Sonne getrocknet wird. Beide Kooperativen setzen auf Emanzipation, Bildung und Geschlechtergerechtigkeit. Denn ihnen gehören hauptsächlich Frauen an, die mit ihren kleinen Landwirtschaften ihre Familien ernähren. Die Zahl der weiblichen Mitglieder spiegelt sich relativ in den Vorständen der Kooperativen wider. Respekt und Kooperation wird in Trainingskursen thematisiert, um die Emanzipation der Frauen zu unterstützen. Neben dem Bau von Gesundheitszentren und Schulen vor Ort, Fortbildungsmöglichkeiten für Erwachsene, dem Ausbau der Infrastruktur und der Vergabe von Mikrokrediten ermöglicht der faire Handel auch eine Steigerung des Qualitätsniveaus des Bio-Kaffees. Statt auf den ständigen Zukauf erdölbasierter Düngemittel setzen die Bäuerinnen und Bauern auf eine ökologische Düngung durch Festmist. Voraussetzung dafür ist der Erwerb einer Kuh, der durch die höheren Preise, die der bio-zertifizierte Kaffee erzielt, ermöglicht wird.

Bio-Kakao von São Tomé

Ähnlich wie beim Kaffee verhält es sich beim Kakao: Früher mussten die Bauern und Bäuerinnen ihre Ernte zu Niedrigstpreisen an kommerzielle Zwischenhändler verkaufen. Durch den Einfluss des fairen Handels bekommen sie Zugang zu den weiteren Schritten der Kakaoverarbeitung und damit größere Unabhängigkeit. Die Mitglieder fermentieren und trocknen Kakaobohnen inzwischen selbst und exportieren sie über die Kooperative zu deutlich besseren und stabileren Preisen. Die erzielten Gewinne kommen der Bildung und Gesundheitsvorsorge zugute sowie dem Ausbau der Infrastruktur. Der kleine Inselstaat São Tomé e Príncipe vor der Küste Kameruns war Anfang des 20. Jahrhunderts der weltweit größte Kakaoproduzent. Kakao ist immer noch fast das einzige Exportprodukt, die Stellung im Welthandel musste jedoch aufgegeben werden. Entsprechend prekär ist die Situation der Landwirtschaft und damit der allgemeinen Lebenshaltung auf der Insel. Nur durch Kooperativen wie die CECAQ-11, die vom fairen Handel unterstützt werden, gelangen die Kakaobäuerinnen und -bauern an die nötigen Ressourcen, um nicht nur aktuell ihre Lage zu stabilisieren, sondern auch Widerstandskraft gegen die Folgen des Klimawandels zu entwickeln. Dürren und Starkregen haben bereits deutlich zugenommen.

Faire Preise für alle Beteiligten

Mit den Rohstoffen können kleinbäuerliche Strukturen gestärkt und die Unabhängigkeit von Landwirt/innen gesichert werden, denn der faire Handel ermöglicht einen Zugang zum Weltmarkt. Die GEPA bezahlt im Durchschnitt mehr als die von Fairtrade International (FLO) festgesetzte Preisregelung. Dazu kommen die Fair-Trade-Prämie, die Bio-Prämie sowie ein GEPA-eigener Qualitätszuschlag. So profitieren die Partner von steigenden Preisen, sind aber nach unten abgesichert. Zudem werden oberbayerische Milchbauern und -bäuerinnen unterstützt, denn die Bio-Milch für die Schokolade stammt von den genossenschaftlichen Milchwerken Berchtesgadener Land. Der Aufbau der ökologischen Produktion sowohl im globalen Süden als auch im Norden ist eine effektive Strategie, um dem Klimawandel entgegenzuwirken und auf seine Folgen zu reagieren.

https://www.youtube.com/watch?v=WUvByBRicAE

Bild: (c) GEPA

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