Die Trauben sind reif

Traubenzeit: Tafeltrauben mit Marienkäfer, Betrieb: Oscar Morell

Bis die inländischen Tafeltrauben reif sind, dauert es noch einige Wochen. Bis dahin bieten wir sonnenverwöhnte Trauben aus Italien und Spanien an, die von zertifiziert und kontrolliert ökologischen Betrieben stammen. Die Mitarbeiter/innen der Isarland Ökokiste waren dort zu Besuch.

Lacalamita Rosa in Apulien, Süditalien

Lacalamita Rosa und Vito Moretti

Der Demeter-Betrieb Lacalamita Rosa befindet sich bei Castellaneta in der apulischen Provinz Tarent. Das nahe Ionische Meer und die Ausläufer des tarentischen Tafelgebirges prägen das Landschaftsbild. Es ist entsprechend hügelig, steinig und teilweise sehr karg. Der Boden ist mittelschwer, weder zu sandig noch zu lehmig, sehr kalkreich und kann die Feuchtigkeit gut speichern. Diese Bodeneigenschaften sind eine gute Voraussetzung für den Anbau von Tafeltrauben. Auf einer Fläche von 90 Hektar kultivieren Rosa Lacalamita und Vito Moretti deshalb hauptsächlich Trauben. Seinen landwirtschaftlichen Betrieb „Lacalamita Rosa“ gründete das Ehepaar im Jahr 1983, in einem ehemals staatlichen Wirtschaftsgebäude auf einem kleinen Stück Land. Es handelte sich um eine Entscheidung für ein nachhaltiges Leben, das auch den beiden Töchtern eine Zukunft bieten sollte. Nach elf Jahren Dienst in der Fiat-Fabrik in Bari beschloss Vito Moretti deshalb, die Fabrikarbeit aufzugeben und mit seiner Familie aufs Land zu ziehen. Die Morettis begannen, eine nachhaltige Landwirtschaft aufzubauen. Damit waren sie so erfolgreich, dass sie ihren Betrieb sukzessive erweitern konnten.

Nachhaltige Demeter-Landwirtschaft zugunsten der nächsten Generation

Vito Moretti begutachtet junge Weinstöcke

Mit der Zeit wuchs die Erkenntnis, dass sie auf ökologischen Landbau setzen müssen. Im Jahr 1993 stellten sie folglich auf Bio-Landwirtschaft um. Vito Moretti suchte aber weiter nach der optimalen Methode, um noch nachhaltiger zu wirtschaften. Nach vielen Recherchen und Praxistests entschied er sich schließlich für den biodynamischen Landbau. Die Demeter-Zertifizierung erfolgte im Jahr 2001. Die Demeter-Kriterien erfordern nicht nur den Verzicht auf synthetische Dünge- und Pflanzenschutzmittel, sondern auch das Einhalten von Fruchtfolgen und weitere Maßnahmen, um einen geschlossenen Betriebskreislauf zu etablieren. So wachsen auf den Äckern der Morettis neben verschiedenen Traubensorten, Bergpfirsichen, Aprikosen und Orangen für den Export nach Deutschland auch vielfältige Obst- und Gemüsesorten und Zwischenfrüchte wie Hülsenfrüchte und Getreide, die lokal vermarktet werden. Dazu betreibt die Familie in Bari einen Bioladen. Als Pflanzenschutz kommen ausschließlich pflanzliche Mittel aus Rosmarin, Thymian und Brennnessel zum Einsatz. Sogar auf die Behandlung der Rebstöcke mit Kupfer, die im biologischen Weinbau durchaus üblich ist, verzichtet Vito Moretti. Bis heute leiten Vito und Rosa Lacalamita Moretti den Betrieb, die beiden erwachsenen Töchter kümmern sich um die Vermarktung nach Deutschland, die Zertifikate und den Bioladen „Bioessenza“ in Bari.

Frutas Oscar Morell in Valencia, Spanien

Familie Morell

Den Obstbaubetrieb Frutas Oscar Morell S.L gründeten Oscar und Gema Margos Morell im Jahr 1984. Seit nunmehr 35 Jahren widmen sie sich dem Anbauen, Abpacken und Vermarkten von hochwertigem Bio-Obst, hauptsächlich Orangen und Trauben. Die Obsthaine der Morells liegen 30 Kilometer westlich von Valencia. In dieser vom Klima verwöhnten spanischen Region werden seit Generationen Zitrusfrüchte und Trauben angebaut. Als die Morells den familieneigenen landwirtschaftlichen Betrieb übernahmen, standen in Valencia die Zeichen auf Intensivierung und Massenproduktion. Damit verbunden war ein aggressiver Einsatz von Chemikalien und hohe Investitionen in Maschinen. Den Morells widerstrebte diese Entwicklung, sie wollten vielmehr im Einklang mit der Natur wirtschaften und schlugen deshalb neue Wege ein. Sie stellten nicht nur auf ökologische Bewirtschaftung um, sondern legten ihren Schwerpunkt auf die Qualität ihrer Produkte, nicht auf deren Quantität. Die Morells vermarkten ausschließlich Obst aus eigenem Anbau. Neben dem Verkauf in Spanien exportieren sie nach Frankreich, Deutschland, Österreich und Belgien. Im Jahr 1986 erhielt der Betrieb seine Bio-Zertifizierung durch den spanischen Bio-Verbands Vida Sana, 1994 durch den CAECV (Ausschuss für Ökologische Landwirtschaft der Autonomen Gemeinschaft Valencia). Ein rückverfolgbarer Erzeugercode sorgt für Transparenz.

Tierische Komplizen bei der Gesunderhaltung der Pflanzen

Oscar Morell mit Marienkäfer

Zum Erhalt und zur Förderung der Fruchtbarkeit ihrer Böden verwenden die Morells ausschließlich organischen Dünger auf der Basis von Schafmist. Dazu kooperieren sie mit ortsansässigen Hirten, die ihre Schafe in den hofeigenen Schafställen unterstellen können. Den Schafmist, der anfällt, bringen die Obstbauern in ihren Plantagen aus. Auch die Bekämpfung der Schädlinge erfolgt mit Hilfe von Tieren. So fördert die Familie Morell den Artenreichtum auf ihren landwirtschaftlichen Flächen, indem sie dort zahlreiche unterschiedliche Nisthilfen für Vögel und Wildbienen installiert. Zudem setzen die Obstbauern auf die gezielte Ansiedelung von natürlichen Fressfeinden der Schädlinge, z.B. den Australischen Marienkäfer zur Bekämpfung der schädlichen Zitrusschmierlaus. Honigbienen sorgen für die Bestäubung der Obstbäume, weshalb auf dem Anwesen der Morells reichlich Bienenstöcke vorhanden sind.

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