Besuch bei Fairkauf: Wie arbeitet eigentlich Ekobo?

Wie bereits berichtet, hatten einige Ökokisten-Mitarbeiter kürzlich die Chance, unseren langjährigen Lieferanten das Fairkauf Handelskontor einmal genauer kennenzulernen. Neben den typischen Fair-Produkten wie z.B. Kaffee und Schokolade, führen wir auch robustes, fair gehandeltes Bambus-Geschirr. Zu dessen Hersteller Ekobo gab uns Peter Eicher von Fairkauf einen detaillierten Einblick.

Hauptrohstoff der nachhaltigen Teller, Schalen und Trinkbecher aus der Biobu-Linie sind Bambusspäne. Diese werden von einem benachbarten Bambus-Parketthersteller bezogen, bei dem sie als Abfälle anfallen. Die Späne werden als feines Pulver mit 10-15 Prozent Maisstärke - aus gentechnikfreiem Anbau - und einer wasserbasierten Farbe bei 160 °C in Form gepresst und anschließend fertig geschliffen. Um die Lebensdauer der Produkte zu verlängern, wurde das Material durch die Verbindung der kompostierbaren Bambusfasern mit einem 100% lebensmittelechten Melamin-Bindemittel optimiert. Melamin ist laut Peter Eicher unerlässlich für die Herstellung, und Maisstärke allein wäre als Bindemittel keine Alternative. Er wies auch darauf hin, dass alle Hersteller von Bambus-Geschirr auf Melamin zurückgreifen, im Unterschied zu Ekobo dies aber sehr häufig nicht transparent für den Endverbraucher deklarieren.

Ekobo zeichnet sich natürlich auch durch faire Arbeitsbedingungen aus. In der kleinen, vom Ehepaar Jian geführten Manufaktur in der Nähe von Shanghai werden insgesamt 60 Mitarbeiter beschäftigt. Der Frauenanteil beträgt 60 %. In vielen anderen Betrieben wird der Anteil der Frauen immer geringer, je höher die Hierarchiestufe ist. Bei Ekobo allerdings liegt auch im Management der Frauenanteil bei 55 %. Die Bezüge der Arbeiter sind 200 % über dem gesetzlichen Mindestlohn in China, zusätzlich haben sie feste Arbeitsverträge und sind krankenversichert. Das Mindestalter in der Manufaktur liegt bei 18 Jahren. Gearbeitet wird 8 Stunden am Tag an 6 Tagen in der Woche. Für deutsche Verhältnisse erscheint das viel, verglichen mit den meisten anderen chinesischen und auch indischen Fabriken, sind diese Arbeitszeiten aber deutlich geringer. Auch die Bedingungen in der Manufaktur selbst erscheinen aus deutscher Sicht „selbstverständlich“, sind jedoch deutlich besser als auf dem chinesischen Markt üblich. Fair heißt hier konkret z.B. helle Tageslicht-Räumlichkeiten, Masken als Arbeitsschutz und die Entsorgung des feinen Staubs mit Wasser.

Ekobo exportiert übrigens nicht nur ins Ausland. Aus Überzeugung werden die hergestellten Produkte ebenfalls in China angeboten, um der Plastikschwemme im Land eine Alternative entgegenzustellen.

Da uns die Neuheiten aus der Biobu-Linie bei unserem Besuch so gut gefallen haben, erweitern wir unser Sortiment um einige weitere nützliche und schöne Haushaltshelfer. Diese finden Sie demnächst unter „Weihnachtsgeschenke“ in unserem Online-Shop.

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