Auszeichnung für den Bioland-Hof Pfänder

Bild: Bundesministerin Julia Klöckner mit den Preisträgern des Bundeswettbewerbs Ökolandbau auf der Internationalen Grünen Woche, Quelle: BLE/A. Witzel

Jedes Jahr verleiht das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin den „Bundespreis Ökolandbau“. Damit zeichnet es herausragende Leistungen im ökologischen Landbau aus. Die Jury setzt sich aus Vertreter/innen von ökologischen Landwirtschafts-, Verbraucher- und Umweltverbänden sowie der Wissenschaft zusammen. Wir freuen uns, dass heuer mit dem Bioland-Hof Pfänder auch einer unserer regionalen Erzeuger ausgezeichnet wurde. Laut Jury ist der Pfänderhof aus folgenden Gründen besonders preiswürdig:

  • Umstellung bereits vor über 30 Jahren
  • Pionier viehloser Biobewirtschaftung und Entwicklung einer Kleegraskompostierung
  • Gelungene Hofübergabe an die nächste Generation
  • Vermarktung von 850 Tonnen Gemüse, hauptsächlich regional
  • Enge Zusammenarbeit mit Nachbarbetrieben
  • Integration innovativer Düngungskonzepte
  • Mitarbeit an Forschungsprojekten
  • Gute Integration der Saisonarbeitskräfte

 

Frühe Umstellung, Verzicht auf Viehhaltung und pflanzenbasierte Kompostierung

Die Familie Pfänder bewirtschaftet insgesamt 55 Hektar, davon 25 Hektar Gemüse und 5 Hektar Kartoffeln, dazu kommt Getreide. Auf den restlichen Flächen werden Zwischenfrüchte wie Sommerwicke, Erbse, Buchweizen, Lein oder Malve als Gründüngung eingesät. Aufgrund negativer Erfahrungen mit der konventionellen Milchviehwirtschaft kam die Familie Pfänder in den 1980er Jahren zur Erkenntnis, dass die extensive Landwirtschaft trotz höherer Arbeitslast nachhaltiger ist. Denn das intensiv genutzte Grünland ergab Viehfutter mit zu hohem Proteingehalt, das zu häufigen Erkrankungen der Kühe führte. Durch den Verzicht auf Mineraldünger, Herbizide und häufiges Mähen konnte Hans Pfänder bekömmlicheres Grünfutter erzeugen. Die Zunahme der Biodiversität durch diese Grünlandnutzung veranlasste den Landwirt, sich mit den Prinzipien des ökologischen Landbaus zu beschäftigen. Überzeugt von deren Richtigkeit stellte er seinen Hof 1984 als erster Landwirt in der Region Schwabmünchen nach Bioland-Kriterien um.

1998 gab Johann Pfänder die Milchviehhaltung aus ethischen Gründen auf. Spätestens seit diesem Zeitpunkt engagiert sich der Bio-Landwirt als Pionier bei der Kompostierung von Kleegras als Alternative zum Mist. In einem ausgeklügelten Verfahren verwerten die Pfänders einerseits Ernteabfälle und Gründüngung, andererseits erhalten sie hochwertigen Kompost, der ihnen den Verzicht auf Tierhaltung erlaubt.

 

Gelungene Hofübergabe und familiärer Betrieb

2017 übergab Vater Johann die Pfänder GbR an seine Söhne Johannes und Florian und deren Partnerinnen. Tochter Silvia ist als Angestellte verantwortlich für den Feingemüsebau. Neben der Familie sind bis zu 30 Saisonarbeitskräfte auf dem Betrieb tätig. Sie wohnen nicht nur in der alten Hofstelle, sondern sind in das Hofgeschehen eingebunden. Zwei Hauswirtschaftsmeisterinnen kochen gemeinsam für die Familie und die Mitarbeiter/innen. Johann Pfänder senior engagiert sich weiterhin auf dem Betrieb, so bleibt seine Erfahrung dem Betrieb erhalten. Mit Nachbarbetrieben kooperiert der Pfänderhof bei der Verarbeitung und Vermarktung von Gemüse. Zudem kann der Betrieb zeitweise auf die Flächen seiner Kooperationspartner zurückgreifen, um die Fruchtfolge konsequent einzuhalten.

2016 wurde mit Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) eine Aufbereitungshalle zum Waschen, Sortieren und Lagern von Gemüse nach modernsten technischen Standards gebaut. Die Jury des Bundespreises Ökolandbau betrachtet den Bioland-Hof Pfänder deshalb als gelungenes Beispiel für die enorme Entwicklung, die viele Pionierbetriebe des ökologischen Landbaus in den letzten Jahrzehnten genommen haben.

Die Isarland Ökokiste gratuliert!

Fernseh-Beitrag über den Preisträger Bioland-Hof Pfänder im Bayerischen Rundfunk

Video-Beitrag vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Bild: Bundesministerin Julia Klöckner mit den Preisträgern des Bundeswettbewerbs auf der IGW, Quelle: BLE/A. Witzel

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Kommentar von Ute Elbracht |

Herzlichen Glückwunsch an Familie Pfänder! und danke für Kooperation mit der Ökokiste, die regelmäßig tolle Produkte -auch von Pfänders- zur Städterin in München liefert.