Biogemüse vom Fritzhof

im Sortiment

Lauch, Rosenkohl, Wirsing, Weißkraut, Blaukraut, Kohlrabi, Grünkohl, Schwarzkohl, Chinakohl, Zuckerhut, Radicchio, Endivien, Fenchel, Gelbe Rüben, Rote Rüben, Sellerie

Anbauverband & Lage

Bioland

Hallbergmoos/ Freising, 30 km von München entfernt

Der Hof
  • TAGWERK-Betrieb
  • seit 2005 ökologischer Landbau
  • Bioland-zertifiziert

Junger, idealistischer Bio-Gemüsebauer im Erdinger Moos

Im nördlichen Münchner Grüngürtel, rechts der Isar liegt das Erdinger Moos. Die Böden des Niedermoorgebiets, das seit Mitte des 19. Jahrhunderts weitgehend trockengelegt ist, sind fruchtbar und eignen sich deshalb für den Anbau von Feldgemüse. Umgeben von den verbliebenen Mooswäldern, Streuwiesen und Torfstichen, die unter Naturschutz stehen, liegen die Gemüsefelder des „Fritzhofs“, der von Peter Zenker betrieben wird.

Der junge Gemüsebauer Peter Zenker baute den Hof seines Großvaters wieder auf, der ihn 1989 aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben und das Land verpachtet hatte. Zuletzt war der Betrieb auf Schweinemast und Kartoffelpflanzgut spezialisiert. Auf dem Bauernhof aufgewachsen und mit Leib und Seele Bauer, wollte Peter Zenker auf jeden Fall den familieneigenen Betrieb reaktivieren und Landbau betreiben. Deshalb absolvierte er zunächst eine Ausbildung zum Gärtner und schloss an der Hochschule Weihenstephan ein Gartenbaustudium ab. Bereits während dieser Zeit begann er mit dem Gemüseanbau nach den Kriterien des Bioland-Anbauverbands. Als erster Bio-Gemüsebauer in der Region um Hallbergmoos erhielt er Start- und Orientierungshilfen im Rahmen seiner Praktika bei den regionalen Bio-Pionieren wie Josef Braun oder den Höhenberger Werkstätten.

Spezialisierung auf Wintergemüse

Biogemüse vom Fritzhof

Im Jahr 2007 benannte er den elterlichen Betrieb in Erinnerung an seinen Großvater in „Fritzhof“ um und begann, seine Erzeugnisse als „Biogemüse vom Fritzhof“ direkt zu vermarkten. Hauptabnehmer sind seither vor allem Ökokisten, die Tagwerk Genossenschaft und regionale Gastronomiezulieferer. Zunächst baute er 15 verschiedene Gemüsekulturen auf 1,3 Hektar Ackerland an, konnte aber in den Folgejahren die bis dahin an konventionelle Landwirte verpachteten Flächen sukzessive umstellen, sodass er mittlerweile knappe 12 Hektar bewirtschaftet. Vor einigen Jahren spezialisierte er sich auf Wintergemüse, da der Aufwand für 40 verschiedene Gemüsekulturen die Kapazitäten eines Ein-Mann-Betriebs überstieg. Mit dieser Entscheidung positionierte er sich zudem in einer Marktnische im Anbaugebiet Erdinger Moos.

Peter Zenker fördert und erhält die Bodengesundheit durch Fruchtwechsel bei dem der Anbau von Gemüse mit Gründüngung, Luzernengras und Getreide als Zwischenfrüchte abwechselt. Die Kulturen werden auf Dämmen angebaut. Bei der pfluglosen Bodenbearbeitung achtet er darauf, dass die Bodenschichten möglichst wenig durchmischt werden. Als Dünger setzt er den Kompost seiner Putzabfälle ein, die vor allem bei Kulturen wie Rosenkohl und Lauch anfallen. Zusätzlich bringt er Luzernengrassilage und Pferdemist ein. Damit konnte er sich weitgehend unabhängig vom Zukauf betriebsfremden organischen Handelsdüngers machen, der zwar im Bioland-Anbau erlaubt ist, seinen hohen Ansprüchen an einwandfreie ökologische Qualität aber nicht vollständig gerecht wird.

Schädlingsabwehr durch Nutztierstreifen am Ackerrand

Die Beikrautregulierung erfolgt am Fritzhof mechanisch durch Häufeln. Zur Abwehr von Schädlingen setzt der kreative, innovationsfreudige Gemüsebauer mittlerweile auf Biodiversität: Anstelle von Schutznetzen aus Kunststoff, die er lange Zeit nutzte, um beispielsweise Kohlfliegen oder Kohlweißlinge von der Eiablage auf den Stecklingen abzuhalten, säumt er seine Ackerflächen mit breiten autochtonen Wildpflanzen- und Blühstreifen ein. Darin hat sich mittlerweile eine große Vielfalt an Insekten und Spinnen angesiedelt. Diese sind Fressfeinde der Insekten, die seine Gemüsekulturen schädigen. Gemäht wird möglichst schonend nur einmal, spät im Jahr. Auch wenn er für diese Nützlingsstreifen einen Teil seiner Flächen der Bewirtschaftung entzieht, sind sie nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch äußerst wertvoll, denn sie helfen, die Kosten für die herkömmlichen Abwehrmethoden zu senken und den Ertrag an gesundem Gemüse zu steigern. Von hohem ökologischen Wert ist neben der Anbaumethode die energieschonende Lagerung des Wintergemüses in Erdkellern, Frischluftlagern und Erdmieten.

Der Fritzhof ist ein Ein-Mann-Betrieb, der sich noch in der Aufbauphase befindet. Bei der Büro- und Vermarktungsarbeit, die neben der Feldarbeit Teil eines landwirtschaftlichen Betriebs ist, wird Peter Zenker von seinem pensionierten Vater unterstützt. Dank seines ausgeklügelten Anbausystems konnte er den Gemüsebau bisher mithilfe von Saisonarbeitskräften und Nachbarschaftshilfe bewerkstelligen. In dem Bioland-Betrieb steckt sehr viel Potenzial, das nur mit weiterer Unterstützung ausgebaut werden kann.