Biohof Waas

im Sortiment

Gelbe und rote Zwiebeln, Rettich, Kohlrabi, Datteltomaten, Strauchtomaten, Gurken, Minigurken, Süßkartoffeln, Knollensellerie, Zitronengras

 

Anbauverband & Lage

Bioland

Landau an der Isar, 105 km von München entfernt

Der Hof
  • Familienbetrieb
  • ökologischer Landbau seit 1986
  • Bioland-zertifiziert

Von der Erfahrung zur Überzeugung

Tomaten am Biohof Waas

Die Hofstelle des Ehepaars Monika und Rudi Waas liegt direkt am Isarufer bei Landau, die Äcker und Gewächshäuser befinden sich größtenteils auf fruchtbarem Schwemmland. Als Rudi Waas in den 1980er Jahren mit seinem viehlosen ökologischen Gemüsebau begann, bezweifelten Expert/innen des Öko-Landbaus, dass ein Biohof auf den Dung von Tieren, der als organischer Dünger auf den Feldern eingesetzt wird, verzichten kann. Dieses Thema wurde zu der Zeit sehr kontrovers diskutiert. Doch Rudi Waas ließ sich nicht beirren und hat die Expert/innen eines Besseren belehrt. Seine Böden sind nun mit den pflanzlichen Nährstoffen aus dem eigenen Betrieb teilweise so gut organisch gedüngt, dass die Kulturen zu stark gedeihen.

Rudi Waas stammt aus einem landwirtschaftlichen Betrieb in Landau an der Isar mit 12 Hektar Fläche, der auf Schweinemast und Getreideanbau spezialisiert war. In den 1960er Jahren stellten seine Eltern den Betrieb auf Gemüseanbau um. Damals entstand mit Konservenfabriken u.a. für Essiggurken eine regionale Infrastruktur zur Gemüseverarbeitung. Diese eröffnete für viele kleine und mittlere Betriebe eine lukrative neue Erwerbsmöglichkeit. Aufgrund der billigeren Gemüseimporte aus Osteuropa fielen die Preise für die Gurken. Um den niedrigeren Preis mit höheren Erträgen zu kompensieren, wurde der Gemüseanbau in Niederbayern intensiviert, der Einsatz von Düngemitteln und sogenannten Pflanzenschutzmitteln stieg stark an. Auch in den Landwirtschaftsschulen wurde diese Methode gelehrt. Während dieser Zeit, in der aus landwirtschaftlichen Betrieben beinahe Chemielabors wurden, hat Rudi Waas seine Ausbildung und die ersten beruflichen Schritte in der elterlichen Landwirtschaft gemacht. Nach dem Ausbringen von Pestiziden auf dem Acker fühlte er sich aber oft krank. Aufgrund dieser Erfahrung begann er an dem modernen, scheinbar effizienten System der industrialisierten Landwirtschaft zu zweifeln. So begann er 1986 mit der Umstellung der Flächen auf ökologischen Landbau.

Eigene Wege

Monika und Rudi Waas in ihrem Gewächshaus

Nicht nur in Niederbayern war der Öko-Landbau in den 1980er Jahren vielen Bauern nicht geheuer. Auch seine Eltern konnte Rudi Waas nicht davon überzeugen. Deshalb hat er eine kleine Hofstelle gepachtet und die Flächen schrittweise auf ökologischen Gemüsebau umgestellt. Für sein Bio-Gemüse musste Rudi Waas aber erst Vermarktungswege finden. Landau an der Isar war ziemlich weit entfernt von den Absatzmärkten, für die Direktvermarktung fehlte in Niederbayern die entsprechende Kundschaft. Gemeinsam mit anderen Biobauern aus der Gegend baute er deshalb einen Großhandel in Vilshofen auf. Vor zehn Jahren schloss er sich mit den Bio-Gärtnern Helmut Laurer, Martin Wiethaler und Josef Stockner zu einer Liefergemeinschaft zusammen, bei der alle Erzeugnisse zu der zentralen Sammelstelle am Stockner-Hof gefahren, dort aufbereitet und anschließend zum Großhandel bzw. an die Ökokisten geliefert werden. Neben Landwirtschaft und Vermarktung hat Rudi Waas mit der Landtechnik ein weiteres Standbein. In der Zeit nach der Ernte und vor der Aussaat konstruiert er Landmaschinen zur schonenden Bodenbearbeitung.

Jungpflanzenzucht und Saatgutvermehrung

Jungpflanzenzucht am Biohof Waas: Kohlrabi

Rudi Waas und seine Partnerin Monika Waas sind in den letzten dreißig Jahren immer wieder neue Wege gegangen. Wichtig ist ihnen dabei der Erhalt der Bodenfruchtbarkeit ohne Einsatz von synthetischen Düngern. Neben der sorgfältigen Bodenpflege durch Fruchtwechsel, Leguminosenanbau und die Bodenbearbeitung mit Hilfe des selbstkonstruierten Geräts „Liefters“, setzen die Waasens auf die eigene Jungpflanzenzucht. Besonders bei krankheits- und schädlingsanfälligen Kulturen wie Zwiebeln können sie so im Vorfeld vorbeugen. Anstatt Setzzwiebeln aus den Niederlanden zu kaufen, die oftmals mit schädigenden Mikroorganismen kontaminiert sind, greift das Gärtnerpaar lieber auf eigenes Saatgut zurück. Das ist zwar ein zeit- und arbeitsaufwendiges Verfahren, aber für Rudi Waas ist Vorbeugen der Königsweg im ökologischen Landbau. Das Saatgut vermehren die beiden leidenschaftlichen Gärtner/innen selbst, indem sie die schönsten und kräftigsten Zwiebeln, Kohlrabis oder Rettiche ausreifen lassen und die Samen ernten.

Die nächste Generation

In den Gewächshäusern, die in der kalten Jahreszeit für die Jungpflanzenanzucht genutzt werden, reifen im Sommer Datteltomaten und Gurken. Eines der Gewächshäuser ist mittlerweile das Labor ihres Sohns, der in die Fußstapfen der Eltern tritt und an der Uni Kassel in Witzenhausen Ökologische Agrarwissenschaften studiert. Aus einem Studienprojekt erwuchs seine Zitronengraszucht. Am Ufer der Isar durch Zitronengras zu waten, ist ein recht exotisches Erlebnis. Es hat dazu geführt, dass sich die Kund/innen der Isarland Ökokiste nun über regionales Zitronengras freuen dürfen. Am Anbau von Ingwer und Kurkuma wird im Hause Waas auch schon getüftelt.