Biohof Keil

im Sortiment

Erdbeeren, Spargel

Anbauverband & Lage

BiolandKapfelberg/Kelheim, 110 km von München entfernt

Der Hof
  • Familienbetrieb
  • seit 1992 ökologischer Landbau
  • Bioland-zertifiziert
  • Anbau von Spezialkulturen

Optimale Bodenbeschaffenheit und Klimabedingungen für Spargel

Am Donaudurchbruch, dem Eingang zum oberpfälzischen Jura, sind die Böden locker und nährstoffreich, denn die Donau schwemmt hier ständig mineralstoffhaltige Erde an. Geschützt vor dem rauen Ostwind entsteht im engen, niedrigen Mittelgebirgskessel ein mildes Mikroklima. Zudem versorgt der ruhige Donaustrom das Tal konstant mit Frischwasser. Daraus ergeben sich ideale Voraussetzungen für den Anbau der Sonderkulturen Spargel und Erdbeeren.

Trotz dieser Situation war der Weg zur Kultivierung von Bio-Spargel und Erdbeeren für Sepp Keil lang und steinig. Geerbt hat er einen traditionsreichen landwirtschaftlichen Betrieb, der schon seit Jahrzehnten auf Bullenmast spezialisiert war. Doch bereits seine Mutter betrachtete die konventionelle Nutztierhaltung als Sackgasse. Sepp Keil stellte im Jahr 1992 den Betrieb schließlich konsequent auf Bio-Landbau um, trat dem Bioland-Anbauverband bei, schaffte die Rinder ab und begann mit dem Gemüse- und Getreideanbau. Aufgrund der eigenartigen Bodenbeschaffung eines Ackers am Donauufer und die Nähe zum Abensberger Anbaugebiet experimentierte er mit Spargelkulturen. Erfahrungswerte gab es zu der Zeit mit Bio-Spargel kaum, denn das Anbaugebiet wurde ausschließlich konventionell bewirtschaftet. Seine Neugier und Ausdauer zahlten sich aus, der Spargel wuchs auf seinen Flächen am Ufer und auf einer Insel der Donau nicht nur hervorragend, sondern wies auch ein außergewöhnlich gutes Aroma auf. Denn ähnlich wie beim Weinbau sind der Boden und die Lage ausschlaggebend für die Qualität des Spargels. Aus diesem Grund spezialisierte sich Sepp Keil weitgehend auf Spargelanbau. Da Spargel erst nach dreijähriger Wachstumsphase geerntet wird, waren ein langer Atem und Risikobereitschaft gefragt, um die nötigen Erfahrungen damit zu sammeln.

Aufwändige Handarbeit und Pflege das ganze Jahr

Spargel am Bioland-Hof Sepp Keil

Spargel wächst auf Dämmen, so bekommen die Triebe genügend Platz für ihr Wachstum. Die große Oberfläche wird durch Sonnenstrahlung auch schneller und anhaltender erwärmt, was das Wachstum der wärmebedürftigen Pflanze befördert. Die Beikrautregulierung erfolgt durch Hacken und Anhäufeln, teilweise manuelle Bearbeitung und Folienabdeckung. Die Bodenfruchtbarkeit erhält Sepp Keil ausschließlich mit Kompostgaben und Klee-Einsatz zwischen den Beetreihen, der für die Bindung des Stickstoffs im Boden sorgt. Zudem wird der Spargel auf der Donauinsel in größeren Abständen als gewöhnlich angebaut. Damit kann der Boden schneller abtrocknen, sodass Pilz- und Virenerkrankungen vorgebeugt wird. Der Erhalt der Pflanzengesundheit ist bei Spargel besonders wichtig, denn die Dauerkultur wächst im Schnitt neun Jahre am gleichen Standort. Auch wenn die Saison nur zehn Wochen dauert, ist die Pflege des Spargels mit dem letzten Stich am 24. Juni noch nicht abgeschlossen. Das ganze Jahr über muss die Pflanze gepflegt, gehackt und gehäufelt werden.

Erdbeerliebe und Pionierarbeit

Erdbeeren am Bioland-Hof Sepp Keil

Eine persönliche Vorliebe für Erdbeeren und die Enttäuschung über den faden Geschmack der meisten konventionellen Erdbeeren führten zur nächsten Erkundungs- und Erprobungsphase. Weil Spargel ebenso wie Erdbeeren von Hand geerntet wird und sich auch die Erntesaisons der beiden Sonderkulturen weitgehend überschneiden, begann die Familie von Sepp Keil und Beate Mayer 2010 auf der Donauinsel zusätzlich mit dem Anbau von Bio-Erdbeeren. Nach einigen Jahren des Experimentierens und Ausprobierens mit Sorten und Anbaumethoden konnte der Anbau von anfangs vier Beeten kontinuierlich ausgeweitet werden. Zu dritt bewirtschaftet die Familie inzwischen 4 Hektar Erdbeerfelder, die ab Hof, an Marktständen und über die Ökokiste direkt vermarktet werden. Unterstützt werden sie dabei von Nachbarn und Saisonarbeitern.

Erdbeeren sind anfällig für Pilz- und Fäulniserkrankungen, die im konventionellen Anbau mit synthetischen Pflanzenschutzmitteln behandelt werden. Sepp Keil setzt hingegen auch hier auf Dammkultur und weite Pflanzabstände. Das regelmäßige Abpflücken der Pflanzen, bei dem auch befallene Beeren entfernt werden, verhindert zudem die Ausbreitung von Fäulniskrankheiten. Dazu muss die anstrengende Prozedur in Handarbeit durchschnittlich dreimal häufiger durchgeführt werden als in konventionellen Plantagen. Auch die Vorbereitung und Bearbeitung nach der Ernte ist mit viel mechanischer und manueller Arbeit verbunden: Der Boden wird zwei Jahre lang mit Kleegras aufbereitet und die zweite Blüte sowie Ausläufer der Erdbeeren werden entfernt. Diese Verfahren sind kosten- und zeitintensiv und führen auch nicht zu hohen Erträgen. Doch dafür bekommen die Kundinnen und Kunden besonders aromatische Früchte ohne Spritzmittelbelastung.

Umweltschutz mit Streuobstwiesen und Photovoltaik

Hinter dem Keil-Hof in Kapfelberg erstreckt sich eine alte Streuobstwiese, die von der Familie naturnah gepflegt wird. Sie grenzt am Eingang zum Jurasteig an einen Biotopverbund und wird als Biodiversitätsprojekt von der Familie erhalten. So werden alte Baumsorten nachgepflanzt, wenn es nötig ist, wertvolles Totholz bleibt als Lebensraum und Nahrungsgrundlage für Tiere liegen und Gräser, Kräuter und Blumen dürfen wachsen. Aber auch auf technische Innovationen setzen Sepp Keil und Beate Mayer, wenn es um Ökologie geht. Deshalb haben sie in eine Photovoltaikanlage investiert, mit der sie ihren eigenen Energiebedarf decken und Strom für weitere 500 Haushalte produzieren können.