Ökologischer Landbau für den Klimaschutz

Seit Montag, den 6. November 2017 geht es in Bonn um „Himmel und Äd“. Delegierte aus der ganzen Welt treffen sich zur 23. Weltklimakonferenz, die der Südseestaat Fidschi in der ehemaligen Bundeshauptstadt ausrichtet. Dabei wird deutlich, dass wir mit der Unterstützung des ökologischen Landbaus einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten können.

Das Klima erwärmt sich aufgrund der angestiegenen Emission von sogenannten Treibhausgasen, z. B. Kohlendioxid, Methan und Lachgas. Vor allem aufgrund der Industrialisierung ist deren Freisetzung in den letzten beiden Jahrhunderten sprunghaft angestiegen: Der Gehalt von CO2 in der Erdatmosphäre hat sich in diesem Zeitraum um ca. 40 Prozent erhöht. Um diese Dynamik künftig zu drosseln und die Erderwärmung auf die, in der Weltklimakonferenz von Paris festgesetzten zwei Grad Celsius als klimapolitisches Ziel der nächsten Dekaden, zu begrenzen, gibt es eine Vielzahl von Maßnahmen, die ergriffen werden sollen. Einen wichtigen Beitrag zur Reduktion von klimaschädlichen Emissionen leistet der ökologische Landbau. Denn die Emissionen von Kohlendioxid, Methan und Lachgas entstehen in erster Linie aus agrarisch genutzten Böden, der Tierhaltung und dem Einsatz fossiler Energien in den landwirtschaftlichen Maschinen sowie bei der Produktion von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln.

Treibhausgase durch Bodennutzung und Düngemittel

Ein Hintergrundpapier zum landwirtschaftlichen Beitrag zur Klimaerwärmung erläutert die klimaschädlichen Auswirkungen der Bodennutzung: „Durch Humusverlust und Bodenerosion, Landnutzungsänderung von Mooren und anderen Feuchtflächen (landwirtschaftliche Nutzung, Entwässerung, Umbruch), den Umbruch von Grünland in Ackerland sowie den hohen Einsatz von mineralischem Stickstoffdünger entstehen zusammen mit der Bodenkalkung 76,1 % der klimaschädlichen Emissionen.“ (S.8). Aufgrund der Intensivierung der Landwirtschaft und den Eintrag von zu viel Stickstoffdünger werden diese Effekte verstärkt. Der ökologische Landbau setzt hingegen auf extensive Bewirtschaftung von Ackerflächen und verzichtet auf mineralische Düngemittel. Durch die kleineren Herdengrößen wird zudem weniger Gülle produziert, die als Stickstoffdünger eingesetzt werden könnte.

Humusaufbau zur Bindung von CO2

Böden können sowohl CO2-Senken als auch als CO2-Quellen sein. Je humusreicher Böden sind, desto besser sind ihre Fähigkeiten, Wasser zu speichern und zu leiten sowie CO2 zu binden. Im ökologischen Landbau ist der Aufbau von Humus ein zentraler Bestandteil des Wirtschaftens. Das wird mithilfe von Fruchtwechseln, Anbau von Leguminosen und zurückhaltender Bodenbearbeitung erreicht. Dabei spielt auch die angestrebte „Kreislaufwirtschaft“ eine wichtige Rolle, denn der eingetragene Stallmist bereichert die Böden und fördert das Bodenleben. Daneben bewirkt ein höherer Humusgehalt, dass die damit verbundene Dunkelfärbung Wärme speichern und somit zur Abkühlung der Atmosphäre beitragen kann.

Lokale extensive Weidehaltung statt Futtermittelimporte

Die intensive, konventionelle Tierhaltung erzeugt allein durch die Verfütterung von importiertem Soja Treibhausgasemissionen. Selbst „regionale Produkte“ haben dadurch indirekt einen großen CO2-Fußabdruck, der sich hinter den kurzen Transportwegen vom Stall zum Schlachthof und schließlich in den Supermarkt verbirgt. Extensive Weidehaltung und Raufutterverwertung von Wiederkäuern in der biologischen Landwirtschaft tragen dagegen zum Erhalt von wertvollem Grünland bei, das folglich nicht zu Ackerflächen für den Anbau von Futtermitteln umgebrochen wird, und ersetzen Sojaimporte aus Übersee. Ein weiterer Effekt besteht in der besseren Futterverwertung in der biologischen Tierhaltung, die eine bessere ökonomische und ökologische Bilanz zur Folge hat. Auch die Ganztierverwertung und die längeren Lebenszyklen der Masttiere tragen zur Minderung der Treibhausgasemissionen durch die ökologische Landwirtschaft bei.

Neben dem bewussten Konsum von ökologisch produzierten, saisonalen und regionalen Lebensmitteln ist auch die gesellschaftliche Unterstützung des ökologischen Landbaus zentral im Kampf gegen den Klimawandel.

Quellen:

http://www.bioland.de/fileadmin/dateien/HP_Dokumente/Allgemeine_Informationen/Bioland_Klima_Hintergrundpapier.pdf

http://www.umweltbundesamt.de/daten/bodenbelastung-land-oekosysteme#strap1

https://www.boelw.de/presse/pm/mehr-klimaschutz-braucht-mehr-oekolandbau/

https://www.oekolandbau.de/erzeuger/umweltleistungen/klimaschutz-durch-oekologischen-landbau/

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