Kräuterparadies

Prima Insektenweide: Kümmel

Wer sich bisher noch nicht mit der Planung seines Gemüsebeets beschäftigt hat, sollte das bald tun. Die Eisheiligen stehen fast schon vor der Tür, danach können die Jungpflanzen problemlos ins Freie entlassen werden. Bei der Garten-, Balkon- oder Terrassenplanung spielen viele Überlegungen eine Rolle, egal wie klein oder groß das Beet, der Blumenkasten oder der Pflanzkübel ist. Neben der Auswahl an Lieblingsgemüsen, deren Verträglichkeiten der benachbarten Pflanzen in Mischkulturen, dem Fruchtwechsel und der attraktiven Beetgestaltung spielt auch das Nahrungsangebot für bestäubende Insekten eine wichtige Rolle. Denn auch Gemüsebeete können Wildbienen, Schmetterlingen und Käfern Nahrung bieten. Hier kommen die Kräuter ins Spiel. Sie ziehen Insekten magisch an, weil sie ihnen Pollen und Nektar liefern. Planen Sie die Bepflanzung mit Kräutern deshalb großzügig. So können Sie einen Teil der Kräuter ernten und einen Teil einfach blühen lassen und den Wildbienen spendieren.

Welche Kräuter sind Insektenweiden?

  • Die türkische Melisse blüht von Juli bis August. Ihre zahlreichen Blüten, die an aufgesperrte Drachenmäulchen erinnern, bieten über lange Zeit ausreichend Nektar. Als Zierpflanze eignet sie sich für Blumenbeete, Staudengärten und Steingärten. Daneben ist sie eine feine Teepflanze.
  • Der bienenfreundliche Borretsch hat sehr attraktive sternförmige, leuchtend blaue bis violette Blüten, mit denen Sie nicht nur Ihren Garten, sondern auch Ihren Salat dekorieren können.
  • Melisse und Minzen sind klassische Würz-, Heil- und Teepflanzen und ernähren Insekten mit ihren feinen Lippenblüten. Sie sind wüchsig, bedecken den Boden innerhalb kurzer Zeit und schützen ihn somit vor dem Austrocknen.
  • Die beliebten mediterranen Kräuter wie Salbei, Thymian, Rosmarin, Bergbohnenkraut und Ysop zählen ebenfalls zu den Lippenblütlern. Ihre farbenprächtigen Blütchen sind sehr begehrt bei bestäubenden Insekten. Meist verströmen die Kräuter ein herrliches Aroma, das an Urlaub in der Provence erinnert, und können als Dufthecke gepflanzt werden. Sie wird nicht nur in vielen Farben leuchten und verführerisch duften, sondern auch summen und brummen.
  • Auch die Doldenblüten von Koriander, Dill, Kerbel, Kümmel, Fenchel, Liebstöckel und Petersilie besuchen Insekten sehr gerne.
  • Die Pimpinelle (Kleiner Wiesenknopf) ist eine ausdauernde Pflanze aus der Familie der Rosengewächse. Ihre purpurrot gefärbten, kugeligen Blütenköpfchen ziehen Insekten an. Die Blätter der Pimpinelle verfeinern Kräuterquark, Butterbrot und Grüne Soße.
  • Lauchgewächse wie Schnittlauch, Bärlauch und Schnittknoblauch bieten ebenfalls Pollen und Nektar für Insekten. Ihre kugelförmigen Blütchen sind ein Blickfang sowohl im Garten als auch im Salat.

Nahrungsangebot für Insekten vom Frühjahr bis zum Herbst

Die Zusammenstellung Ihrer Kräuter sollten Sie so planen, dass das Nahrungsangebot vom zeitigen Frühjahr bis in den Herbst reicht. So sind beispielsweise Hummeln früher auf Nahrungssuche als Honigbienen. Frühblühende Kräuter wie Bärlauch bieten ihnen Nahrung, auch viele Wildkräuter blühen früher als Küchenkräuter. Deshalb sollte das „Aufräumen“ im Garten nicht zu ordentlich ausfallen. Während im Juni das Nektarbüffet reichlich gedeckt ist, wird die Insektennahrung Ende Juli knapp. Das Nahrungsangebot ist aufgrund der fehlenden Pflanzenvielfalt lückenhaft geworden. Vor allem an Wildpflanzen mangelt es in den Städten und auf dem Land. Luftverschmutzung, Bodenversiegelung und ein eigentümlicher Ordnungssinn haben ihre Lebensräume reduziert. In den Gärten blühen zwischen Steinen oftmals nur noch sterile Hybridpflanzen, die den Wettbewerb gegen die unscheinbareren Wildpflanzen gewonnen haben und vom Rasenmäher deshalb verschont bleiben. Auf dem Acker werden die „Unkräuter“ als Konkurrenzpflanzen vernichtet. Doch während der nahrungsreichen Periode wachsen die Insektenvölker stark, das plötzliche Versiegen der Nektarquellen führt so zum Insektensterben. Denn Wildbienen legen im Gegensatz zu Honigbienen keine Vorräte an. Vor allem lang oder spät blühende Kräuter wie z.B. Lavendel bieten den Hummeln auch während dieser nektararmen Periode im Juli und August Nahrung. Lavendel ist zudem eine fantastische Duftpflanze, deren Geruch Ameisen und Läuse tendenziell meiden.

Verbündete beim Pflanzenschutz

Eine große Pflanzenvielfalt im Gemüsegarten fördert den Artenreichtum bestäubender Insekten. Achten Sie vor allem auf einfach blühende Pflanzen, denn bei gefüllten Blüten wurden bei der Züchtung die pollenführenden Staubblätter zu Blütenblättern umgewandelt. Die Vielfalt im Garten hilft Ihnen beim biologischen Pflanzenschutz. Befinden sich die Nahrungsquellen für sogenannte Nützlinge zwischen den Gemüsepflanzen, können sie schnell Schadorganismen wie beispielsweise Blattläuse finden und fressen oder parasitieren. Einige Gemüsepflanzen sowie Ihre Obstbäume und -sträucher profitieren zudem von der Bestäubungsleistung der Insekten.

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