Kein Fipronil in den regionalen Bio-Eiern aus unserem Sortiment

Bei der Isarland Ökokiste erhalten Sie ausschließlich Bio-Eier aus der unmittelbaren Region, von zwei Hühnerhaltern, die den Bio-Anbauverbänden Demeter und Biokreis angehören und regelmäßig kontrolliert werden. Das mit dem Insektizid Fipronil belastete Reinigungsmittel „Dega-16“ ist von diesen Anbauverbänden nicht zugelassen. Anlässlich des jüngsten Skandals stellen wir den Bicklhof und den Grosserhof und deren Hygienestrategien vor.

Bicklhof: Eier mit doppeltem Lebenswert

Der Eigentümer des Bicklhofs, Markus Schleich, ist ein Ökopionier par excellence: Bereits 1989 hat er seinen Betrieb auf Demeter-zertifizierte biologisch-dynamische Tierhaltung umgestellt. Mit der Hühnerzucht begann er im Jahr 2001. Seit 2010 kooperiert er mit dem Kükenaufzüchter Peter Schubert bei der Suche nach einer Alternative zur konventionellen Praxis, die männlichen Küken unmittelbar nach dem Schlüpfen zu töten. Die höheren Aufzuchtkosten für die Hähne werden durch einen geringfügig höheren Verkaufspreis für die „Eier mit doppeltem Lebenswert“ kompensiert. Der Mehrbetrag wird ausschließlich in die Hähnchenaufzucht investiert.

Die Hühnerzucht auf dem Bicklhof konzipiert Markus Schleich möglichst tiergerecht: Eine sogenannte Volierenaufstallung sorgt dafür, dass die Hühner nicht nur viel Bewegungsraum haben, sondern sich auch auf verschiedenen Ebenen bewegen, laufen, flattern und springen können. Am Boden dürfen sie scharren, suchen und picken; dazu werden über den Tag hinweg großflächig abwechslungsreiche Körner, Kräuter und silierte Gräser verstreut. Auf Stangen können sie erhöht schlafen, Auslauf bekommen die Hühner zudem auf einer großen Freilandfläche. Unter den Büschen und Bäumen können sie sich vor Prädatoren verstecken und in regelmäßig erneuerten Sandbädern ihr Gefieder reinigen. Auch für Auslauf im Winter ist durch großzügige Wintergärten gesorgt, denn Auslauf und ausgewogenes Futter dienen der Gesunderhaltung der Tiere und durch die großflächige Hühnerhaltung wird die Gefahr von Ansteckungskrankheiten minimiert. Hühnerkrankheiten behandeln die Schleichs mit Hilfe von homöopathischen Mitteln.

Silikatstaub statt „Dega-16“

Zur Reinigung und Desinfizierung ihrer Ställe setzen die Schleichs auf die vom Anbauverband zugelassenen Mittel verdünnte Ameisensäure und Kalk. Das Problem der sogenannten Blutläuse, d.h. der Roten Vogelmilben (Dermanyssus gallinae) betrifft viele Hühnerställe, denn es handelt sich um einen weit verbreiteten Vogelparasit. Der Milbenbefall macht die Vögel krankheitsanfällig, die Milben können zudem Krankheiten übertragen. Bei Jungtieren kann das zu Blutarmut und sogar zum Tod führen. Deshalb werden von Hühnerhaltern meistens präventive Maßnahmen ergriffen. Um die Hühner vor Milbenbefall zu bewahren, wird am Bicklhof deshalb reiner Silikatstaub eingesetzt. Markus Schleich betont: „Dieser wirkt biophysikalisch, indem Schädlinge ausgetrocknet werden. Er ist für den Menschen absolut unbedenklich. Die Firma Farmworker, von der wir das Produkt beziehen, hat uns bestätigt, dass das es frei von nicht zugelassenen Inhaltsstoffen ist.“

Grosserhof: Bruderhahn und viel Platz

Bereits seit 1989 ist der Geflügelhof der Familie Grosser in Pfarrkofen bei Landshut Mitglied im Bio-Anbauverband Biokreis e.V. Gemäß dessen strengen Richtlinien achten die Grossers auf ökologische Kreisläufe auf dem Acker, im Stall und in der Vermarktung. Für die Hühnerhaltung bedeutet das, dass ausreichend Sitzstangen in Tageslichtställen und genügend Möglichkeiten zum Scharren und Sandbaden bereitgestellt werden und die Einstreu immer sauber gehalten wird. Zentral für die möglichst tiergerechte Hühnerhaltung sind der Auslauf auf der Wiese sowie ein Schlechtwetterauslauf und Familiennester. Die Hühner werden mit selbstgemischtem Futter aus größtenteils hofeigenen Futtermitteln versorgt, das aus 70% Getreide, 15% Mais, 10% Erbsen und 5% Sonnenblumenkernen. besteht. Seit September 2014 hat die Familie Grosser das Prinzip des Zweitnutzungshuhn unter dem Namen „Schwester-Henne und Bruder-Gockel“ versuchsweise eingeführt, um das Kükenschreddern zu vermeiden, seit 2016 hält sie ausschließlich Zweitnutzungshühner in ihren Ställen. Dazu haben sich die Grossers für die langsamer wachsende Hühnerrasse „ISA 757“ entschieden, mit der sie die konventionelle Spezialisierung auf Legehennen oder Masthähnchen umgehen können. Pro Henne darf so ein Hahn bei einem Partnerbetrieb nach ökologischer Richtlinie aufwachsen, der über den Mehrpreis der Eier mitfinanziert wird.

Wasserstoffperoxid, Peressigsäure und Peroxysäure

Durch die relativ geringe Besatzdichte und die Bewegungsmöglichkeiten können Ansteckungskrankheiten weitgehend vermieden werden. Da der Einsatz von Antibiotika beim Grosserhof ebenso Tabu ist wie auf dem Bicklhof, steht die Prävention an höchster Stelle. Zur Desinfektion der Ställe werden ausschließlich die vom Anbauverband zugelassenen Mittel auf Basis von Wasserstoffperoxid, Peressigsäure und Peroxyessigsäure eingesetzt, wie Franz Grosser versichert. Daneben verwendet der Hühnerzüchter Zitronensäure und effektive Mikroorganismen, um die Immunkraft der Hühner zu stärken.

Nicht nur in Zeiten von Eierskandalen sind regionale Bio-Eier aus kleineren Betrieben die bessere Wahl. Denn neben dem Verbraucherschutz zählt hier auch der Tierschutz.

Unsere Hühnerzüchter im Fernsehen:

In der BR-Produktion „Die Außenseiter – Reise zu den Pionieren des Ökolandbaus“ können Sie den Bicklhof sehen.

Ein Fernsehbeitrag im BR-Programm „Abendschau“ zum Thema „Bruderhahn“ zeigt den Hühnerstall der Grossers.

 

mb

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