Jung und vegan: Jackfrucht

Jackfrucht Bild von VoDeTan2 (cc)

Die Jackfrucht zählt zu den Maulbeergewächsen. Ihre Frucht wächst aus dem Stamm des großen Jackfruchtbaumes, der im Jahr durchschnittlich 25 Früchte trägt, die bis zu einem Meter lang werden, einen Durchmesser von bis zu einem halben Meter und ein Gewicht von 10 bis 25 Kilogramm erreichen können. Die Hauptanbaugebiete der Jackfrucht liegen in Südasien. Die Früchte, die als Grundlage für den Fleischersatz dienen, werden unreif geerntet, da sie so ihr süßes Aroma noch nicht entwickelt haben. Der fehlende Eigengeschmack und die faserige, fleischähnliche Textur machen die junge Frucht zum perfekten Rohstoff für Fleischersatzprodukte. Allerdings ist das Fruchtfleisch in rohem Zustand sehr hart und nicht verzehrbar. Deshalb wird die Schale der grünen Jackfrucht entfernt, das Fruchtfleisch gewaschen, zerteilt, erhitzt und in Salzlake eingelegt. So ist es verzehrfertig und kann einfach zubereitet werden.

Auf den Teller statt auf den Kompost

Julia Huthmann hat mit JackieF./Api Jamu GmbH ein Startup gegründet, das einerseits den Veganer/innen und Vegetarier/innen in Deutschland die Jackfrucht als sojafreien, kalorienarmen und ballastoffreichen Fleischersatz schmackhaft machen will. Andererseits soll der ökologische Anbau und die Ernte von Jackfrucht in Sri Lanka eine nachhaltige Entwicklung fördern. Julia Huthmann hat bei ihrem mehrjährigen Arbeitsaufenthalt in Sri Lanka als Unternehmensberaterin für Nachhaltigkeitsstrategien die kulinarischen Möglichkeiten der Jackfrucht kennengelernt. Sie hat aber auch festgestellt, dass rund drei Viertel der Früchte in Sri Lanka noch vor der Ernte verfaulen. So beschloss sie Anfang 2016, mit eigenem Kapital und der familiären Hilfe ein Unternehmen zu gründen, mit dem sie die bis dahin noch recht unbekannte Jackfrucht in Deutschland vermarkten wollte. Der Erfolg gab ihr recht, mittlerweile hat sich ihr Nischen-Startup zum wachsenden Unternehmen gemausert, das sogar genug Gewinn abwirft, damit sie ihren Lebensunterhalt bestreiten kann. Der direkte Kontakt mit Ihren Erzeugern ist ihr wichtig. Deshalb bespricht sie immer wieder vor Ort mit den Landwirt/innen die Anbaupläne und hilft bei den Anforderungen der Biozertifizierung. Daneben tüftelt sie an neuen Produkte, damit die Jackfrucht in Zukunft nicht mehr auf dem Kompost, sondern auf dem Teller landet.

Von veganem "Hühnchen"-Curry bis Pulles Jackfruit Burger

Was ist das Besondere an Jackfrucht? Anders als soja- oder weizenbasierte Fleischersatzprodukte, handelt es sich um eine unverarbeitete Frucht, die lediglich erhitzt wird, um sie genießbar zu machen. Zum Transport und zur Haltbarmachung wird sie eingeschweißt oder eingelegt. Die Konsistenz der Frucht erinnert zum einen an Fleisch, zum anderen nimmt sie sehr gut Aromen an und lässt sich vielseitig würzen. Dadurch bietet sie viele Möglichkeiten der Verarbeitung: vom fleischlosen Hühnchen-Curry bis zum Pulled Jackfruit Burger. Auch wer nicht unbedingt Fleisch nachbauen will, kann den kulinarischen Ideen freien Lauf lassen.

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Foto: VoDeTan2 (cc)

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