Johannisbrotbaum: Legendäre Pflanze mit viel Karat

Carob Sirup von Ölkännchen in der Isarland Ökokiste

Der Johannisbrot- oder Karobenbaum, eine Hülsenfrucht, die küstennah am Mittelmeer wächst, ist eine der ältesten Kulturpflanzen. Johannes der Täufer soll sich, so die Legende, in der Wüste von den Früchten des nach ihm benannten Johannisbrotbaums ernährt haben. Dabei handelt es sich aber vermutlich um einen Übersetzungsfehler. Name und Legende sind jedoch geblieben und auch die Tatsache, dass der Johannisbrotbaum nicht nur in der Kultur des Orients und des Mittelmeerraums eine Rolle spielt.

Arm an Ansprüchen, reich an Früchten

Abgesehen von seiner Frostempfindlichkeit ist der Johannisbrotbaum ein sehr anspruchsloses Gewächs. Ihm genügen magere, kalkhaltige oder sandige Böden, er toleriert einen hohen Salzgehalt und kommt auch ohne Bewässerung zurecht. Diese Bescheidenheit hat ihm einerseits die lange Überlebensdauer beschert, andererseits prädestiniert sie ihn für den ökologischen Anbau. Johannisbrotbäume sind nicht nur wasser- und nährstoffsparsam, sie schützen durch ihre tiefen Wurzeln auch den Boden vor Erosion, bieten Lebensraum und Nahrung für viele Tiere und einen Lebensunterhalt für Bäuerinnen und Bauern in kargen, peripheren Gegenden. Lange als Viehfutter und Armenspeise verwendet, werden die Früchte des Johannisbrotbaums mittlerweile hoch geschätzt und sind in vielen Speisen zu finden. Die Hauptanbauländer sind heute Spanien, Italien, Zypern, Türkei und Griechenland.

Ökologisch und sozial wertvoll

Im Gegensatz zur Nuss- oder Olivenernte, an der durch den Einsatz von Maschinen nicht mehr viele menschliche Arbeitskräfte beteiligt sind, erfolgt die Ernte des Johannisbrotbaums größtenteils manuell. Mit Stöcken wird in der Erntezeit im September gegen die Zweige geschlagen, damit die reifen Schoten zu Boden fallen und dort aufgesammelt werden können. Dabei muss darauf geachtet werden, dass die neuen Blütenansätze nicht beschädigt werden. Der hohe Arbeitseinsatz schlägt sich zwar auf die Erntekosten nieder, doch sorgt er auch für Lohn und Brot in strukturschwachen Landstrichen.

Vielseitig, nahrhaft und haltbar

Das Fruchtfleisch des Johannisbrotbaums („Carob“) ist sehr nahrhaft und kann unterschiedlich verarbeitet werden. Zunächst kann es frisch oder getrocknet gegessen, zu Saft („Kaftan“) gepresst, zu Sirup verarbeitet oder zu alkoholischen Getränken vergoren werden. Carob ist fettarm und deshalb sehr lange haltbar, es kann auch in getrocknetem Zustand verwendet werden. So wird es zu Carobpulver vermahlen, das wie Kakao einsetzbar ist. Das fruchtig-karamellige Aroma von Carob erinnert auch geschmacklich an Kakao, Carob ist aber süßer und weniger bitter als dieser. Es ist frei von anregenden Substanzen und eignet sich deshalb für Kinder oder Menschen mit Koffeinempfindlichkeit. Carob ist zudem ein gesundes Lebensmittel, es enthält Ballaststoffe und die Vitamine A, B, Calcium und Eisen.

Vom Karat zum E 410

Im Inneren der Carob-Hülsen befinden sich zehn bis 15 Samen („Karat“), deren Gewicht durchschnittlich 0,2 g beträgt. Die Carob-Samen wurden früher oftmals als Gewichtssteine verwendet, ihr Gewicht wurde schließlich als Maßeinheit für die Masse von Edelsteinen festgesetzt. Die Bezeichnung „Karat“ verweist auf das arabische Wort für den Johannisbrotkern. Die Carob-Samen werden auch für kulinarische Zwecke verarbeitet. Sie kommen, zu geschmacksneutralem Johannisbrotkernmehl vermahlen, in Süßwaren, Saucen, Suppen, Puddings und Speiseeis als Verdickungs- und Bindemittel sowie Stabilisator mit der Bezeichnung E 410 vielfach zum Einsatz.

Schwarzes Gold: Carob Sirup

In den Anbauländern wird Carobsirup geschätzt. Als Grundlage für nahr- und schmackhafte Getränke, zum Süßen von Speisen oder als Brotaufstrich kommt sein warmes, karamellartiges Aroma zur Geltung. Ein besonderer Genuss ist Tahin mit Carobsirup als Brotaufstrich oder zum Aromatisieren von Jogurtspeisen: Verrühren Sie dazu einfach einige Löffel Tahin mit Carobsirup, das Mischungsverhältnis können Sie nach Gusto selbst bestimmen.

Unser Carob Sirup, den wir von Ölkännchen beziehen, stammt aus Kreta. Er ist ökologisch produziert, besteht lediglich aus Johannisbrotfrucht und hat Rohkostqualität.

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