Guter Vorsatz: Engagement für Artenvielfalt

31.1. bis 13.2.2019: Eintragen beim Volksbegehren für Artenvielfalt

Vom 31. Januar bis zum 13. Februar 2019 können sich alle Bürger/innen in Bayern in den Rathäusern eintragen für das Volksbegehren Artenvielfalt

 

Worum geht es?

Seit 1989 sind in Deutschland über 75 % der Insekten ausgestorben, wie eine Studie des Entomologischen Vereins Krefeld zeigt. Auch wenn viele Autofahrer/innen froh darüber sind, dass ihre Windschutzscheiben mittlerweile auch nach langen Fahrten recht sauber bleiben, ist dieser Artenschwund alarmierend. Denn Insekten erfüllen eine Schlüsselrolle im Ökosystem. Unter anderem bestäuben sie Pflanzen, dienen anderen Tieren als Nahrung und zersetzen als „biologische Müllabfuhr“ abgestorbene Pflanzenteile und Tierkadaver. Jenseits von diesen ökologischen „Dienstleistungen“ sind die vielfältigen farbenfrohen Schmetterlinge, Wildbienen und Käfer auch ein sehr erfreulicher Anblick.

 

Artenvielfalt ist kein Luxus, sondern Lebensgrundlage

Lebendige, bunte Wiesen gehören aber der Vergangenheit an. Unsere Wiesen sind inzwischen artenarm und monoton, nur noch wenige Pflanzen- und Tierarten halten den harten Bedingungen stand, die durch riesige, heckenarme Monokulturen, Pestizide und Herbizide sowie Überdüngung geschaffen wurden. Die Ursache dafür ist hauptsächlich die exportorientierte Landwirtschaft, die derzeit durch die EU-Agrarpolitik durch Subventionen unterstützt wird. Vom Artenrückgang sind vor allem Insekten und Bodenlebewesen betroffen. Da diese ein wichtiger Teil des Ökosystems sind, gefährdet deren Aussterben auch die Lebensbedingungen von vielen weiteren Pflanzen und Tieren, darunter auch Menschen. Bleibt es bei der derzeitigen Landwirtschaftspraxis und -politik, beim Flächenfraß und der Wachstumsorientierung, schreitet der Artenschwund in einem hohen Tempo weiter voran. Auf dem Spiel steht dabei auch unsere Nahrungs- bzw. Lebensgrundlage.

 

Eine Million Stimmen für den Erhalt der Artenvielfalt

Das Aktionsbündnis „Volksbegehren Artenvielfalt“ hat im letzten Jahr die bayerischen Bürger/innen aufgerufen, sich für die gesetzliche Verankerung von mehr Umweltschutz und Transparenz in Bayern stark zu machen. Fast 95 000 Unterschriften konnte das Bündnis für den Zulassungsantrag sammeln. Nun geht es in die zweite Runde: Vom 31. Januar bis zum 13. Februar können die Bürger/innen in den für sie zuständigen Rathäusern unter Vorlage des Personalausweises für das Volksbegehren unterschreiben. Die Unterschriften von zehn Prozent der Wahlberechtigten in Bayern, also knapp eine Million, werden benötigt, um den Gesetzesentwurf des Aktionsbündnisses zu realisieren.

 

Die wichtigsten Forderungen

Wofür unterschreiben Sie? Mehr Bio-Landwirtschaft, mehr Blühwiesen, Biotopverbunde, Naturschutz in der Ausbildung, mehr Demokratie, weniger Pestizide, Bayern als Vorbild: 

  • Verbot von Pestiziden in Naturschutzgebieten, in gesetzlich geschützten Landschaftsbestandteilen und in gesetzlich geschützten Biotopen außerhalb von intensiv genutzten land- und fischereiwirtschaftlichen Flächen.
  • Steigerung des Anteils der Bio-Landwirtschaft von derzeit 10 % auf 25 % bis 2025 und auf 30 % bis 2030.
  • Umstellung aller staatlichen Agrar- und Forstflächen auf eine ökologische Bewirtschaftung und nachhaltige Nutzung bis 2020.
  • Umwandlung von mindestens 10 % der Naturflächen in Blühwiesen, damit genügend Nahrung für Bestäuber sowie Rückzugsgebiete für Vögel und andere Tiere bestehen bleiben.
  • Vernetzung von mindestens 10 % Offenland zu einen Biotopverbund bis 2023 und mindestens 13 % bis 2027.
  • Einbeziehen der Ziele und Aufgaben des Naturschutzes und der Landschaftspflege sollen in die pädagogische Aus- und Fortbildung.
  • Jährliche Statusberichte des Landtags über den Zustand der Arten, um Transparenz, Meinungsbildung und Mitbestimmung zu ermöglichen.

 

Ausführliche Informationen finden Sie auf der Website vom „Volksbegehren Artenvielfalt“

 

Die Isarland Ökokiste unterstützt das Volksbegehren Artenvielfalt mit einer Spende.

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