Nadelige Begleiter in der Weihnachtszeit

Bio-Weihnachtsbaumhof Schulte-Göbel

Nur 15 Prozent der ca. 28 Millionen Christbäume, die in Deutschland jährlich verkauft werden, stammen aus heimischen Waldbetrieben, nur ein Bruchteil der Bäume wächst unter ökologischen Bedingungen heran. Der größte Teil wird in intensiv und konventionell bewirtschafteten Plantagen im europäischen Ausland produziert. Problematisch ist auch die Wahl der Nadelbaumsorte: Größtenteils werden Nordmanntannen kultiviert, denn sie garantieren gleichförmiges Wachstum und lange Haltbarkeit. Dieser Nadelbaum stammt aus dem Kaukasus mit den entsprechenden Wachstumsbedingungen, die er bei uns nicht vorfindet. Deshalb ist der Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden hier besonders hoch. Die anspruchslosere (Blau-)Fichte, die bis in die 1950er Jahre in den bundesdeutschen Wohnzimmern stand, wird mittlerweile weniger stark nachgefragt. Ihre Nadelhaltbarkeit ist jedoch mit der der Nordmanntanne vergleichbar. Zudem sorgen ihre ätherischen Öle für den herrlichen weihnachtlichen Duft.

Giftfreies Grün im Wohnzimmer

Bio-Adventskranz aus dem Spessart

Auch wenn der Christbaum kein Lebensmittel ist, sollte man darauf achten, dass er nicht mit Pestiziden, Fungiziden und Insektiziden sowie Wachstumshormonen behandelt wurde. Schließlich steht der Baum für einige Wochen in der Wohnung und man kommt ständig mit ihm in Berührung. Vor allem Kinder nehmen gerne Kontakt zum glitzernden, bunten Christbaum auf. Deshalb empfiehlt es sich, einen Christbaum aus ökologischer Forstwirtschaft zu kaufen und auf seine Wachstumsbedingungen zu achten. Hierbei helfen vor allem die Siegel der ökologischen Anbauverbände. Sie garantieren die kontrollierte ökologische Qualität des Baums und die Nachhaltigkeit der Plantagen-Bewirtschaftung. Auf erdölbasierte Dünger wird hier verzichtet, ebenso wie auf Glyphosat. Mechanisches Beikrautmanagement oder die Beweidung mit Schafen sorgen stattdessen dafür, dass die Bäume genügend Nährstoffe und Licht bekommen. Im Sommer sorgt das Beikraut als Blühstreifen dafür, dass Insekten angelockt werden, die sich wiederum um die Schädlinge kümmern.

Handarbeit, viel Zeit und Shropshire-Schafe

Bio-Blaufichten von der Isarland Ökokiste

Im Schnitt dauert es acht Jahre, bis ein Christbaum geerntet werden kann. In diesem Zeitraum können Fröste und Trockenperioden die Kulturen stark schädigen. So kam es auch heuer aufgrund der Dürre im Sommer zu Ernteausfällen. Davon war leider auch unser bisheriger regionaler Baumlieferant, das Gut Kerschlach betroffen. Deshalb beziehen wir unsere Christbäume dieses Jahr vom Weihnachtsbaumhof Schulte-Göbel im Sauerland. Die Adventskränze kommen von Marx Naturbaum im Spessart. Beide Betriebe sind bio-zertifiziert, Marx unterliegt den Richtlinien des Anbauverbands Biokreis. Bei Schulte-Göbel handelt es sich um einen Demonstrationsbetrieb ökologischer Anbau des Landwirtschaftsministeriums (BMEL) und Gründungsmitglied der Initiative Bio-Weihnachtsbaum, der auch Marx angehört. Gepflanzt wird in speziellen Schonungen im Sauerland. Beide Betriebe setzen auf intensive Handarbeit, Schulte-Göbel lässt sich dabei von einer Herde von Shropshire-Schafen unterstützen. Marx bezieht seine Jungpflanzen aus dem Fair-Trees-Projekt. Die Christbaum-Kulturen wachsen auf ehemaligen landwirtschaftlichen Flächen, denn der Schutz des Naturparks Spessart liegt der Familie Marx am Herzen.

Video vom Bio-Weihnachtsbaumhof Schulte-Göbel

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