Abwasch oder Mülleimer?

Milchprodukte von Schrozberger im Mehrwegglas

Unser „ökorrekter“ Beitrag zur Plastikdebatte

Schaltet man derzeit den Fernseher ein, überrumpeln einen regelmäßig die Bilder von karibischen, palmenbewachsenen Traumstränden und türkis-glitzerndem Meer. Alles voller Plastikmüll, angeschwemmt aus Europa, Asien, Nord- und Südamerika. Hier stellt sich schnell die Frage: Wie kann so etwas passieren? Die Antwort ist im weltweiten Plastikverbrauch zu finden, der derzeit bei über 330 Millionen Tonnen pro Jahr liegt. Etwa 100 Millionen Tonnen, also etwa ein Drittel des Plastikmülls, der weltweit im Jahr produziert wird, gehen dabei allein auf Einweg-Verpackungen zurück. Genau an dieser Stelle wollen wir ansetzen und etwas ändern. Umweltverträglich konsumieren bedeutet Abfall zu vermeiden und auf Dauer zu reduzieren. Aus diesem Grund haben wir einige unserer Milchprodukte in Plastikverpackung durch Produkte in wiederverwendbaren Glasbehältern ersetzt.

Problem Plastik

Plastikmüll stellt derzeit eine der größten Herausforderungen für den Menschen und die Natur dar. Hergestellt werden die Kunststoffverpackungen aus Petrochemikalien, sprich Erdöl. Schon die Gewinnung der Rohstoffe ist massiv umweltschädlich und basiert auf einer endlichen Ressource, deren Erschöpfung am weitesten vorangeschritten ist. Bereits dabei gelangt Mikroplastik in die Umwelt. Dieses wird über die Nahrung auch in den menschlichen Organismus aufgenommen. Es ist nicht biologisch abbaubar und verschmutzt daher die Umwelt auf unbestimmte Zeit. Selbst wenn der Zerfall von Kunststoff ca. 400 Jahre dauert, ist er im Anschluss immer noch nicht abgebaut. Die in Plastikverpackungen enthaltenen Weichmacher, wie zum Beispiel PVC, Phthalate oder Bisphenol A, sorgen für die nötige Flexibilität und Elastizität des Materials, landen allerdings hinterher auch in der Nahrung und werden vom Menschen mitgegessen oder mitgetrunken. Weichmacher stehen im Verdacht, eine gesundheitsschädliche Wirkung auf alle Lebewesen zu haben.

Einweg-Kunststoffverpackungen sind generell nicht dazu geeignet, Nahrungsmittel über längere Zeiträume aufzubewahren. Die Abbauprodukte von Plastik verändern den Geschmack sowie die Zusammensetzung des Produktes, was die Haltbarkeit und das Genusserlebnis negativ beeinflusst. Beim letzten Schritt in der Kunstoff-Verbraucherkette, dem Recycling, sieht es auch weit weniger rosig aus, als so mancher glaubt. Zwar besteht in Deutschland die Möglichkeit, Plastikmüll über das Pfandflaschensystem oder durch Mülltrennen in ein Recyclingsystem einzubringen. Allerdings ist die vollständige Wiederverwendung des Kunststoffes so aufwendig und teuer, dass stattdessen von den „Recycling-Firmen“ das Plastik geschreddert und eingeschmolzen wird. Das daraus entstehende Granulat soll zur Produktion neuer Verpackung verwendet werden. Auf diesem Wege gehen ca. 50 % des Materials verloren, weshalb immer wieder neues Plastik hinzugefügt werden muss.

Glas als ideale Alternative

Welche Alternative bietet sich den Verbraucher/innen? Wir möchten unseren Kund/innen die Wahl zwischen Plastik und einem alternativen Verpackungsmaterial ermöglichen. Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschieden, Milchprodukte auch im Glas anzubieten. Dabei handelt es sich um eines der wenigen Materialien, die sich chemisch neutral verhalten und keine Giftstoffe abgeben. Dadurch bewahrt Glas die Qualität, den Geruch und Geschmack des Produkts. Das aus Sand hergestellte Glas ist wiederverwendbar, ohne an Qualität einzubüßen. Bis zu 50 Mal kann ein Glasgefäß befüllt werden. 100 % vom eingeschmolzenen Glas können wiederverwendet werden und damit doppelt soviel wie beim Kunststoff. In Sachen Nachhaltigkeit und Wiederverwertung ist Glas unschlagbar und schont Umwelt und Natur. Weichmacher und Konsorten sucht man in Glas vergeblich. Glas hat die besondere Eigenschaft, Wärme und Kälte effektiv zu leiten, die Lagerung im Kühlschrank ist dadurch effizienter.

Unser Beitrag: Mehr Mehrwegglas

Der große Vorteil von Plastik, widerstandsfähig und robust zu sein, stellt sich im Nachhinein als großer Nachteil für die Umwelt heraus. Vor allem bei kurzen Transportwegen ist das Mehrwegsystem von Glasflaschen der klare Sieger: Es spart Rohstoffe, reduziert Abfälle und erzeugt weniger Treibhausgase. Die Isarland Ökokiste setzt auf Regionalität und Bio und wir finden eine ökofaire-Beschaffung und viel Plastikmüll passen nicht zusammen. Auch die jährliche Umfrage hat ergeben, dass unsere Kund/innen Mehrweg-Verpackungen bevorzugen. Das ist für uns Grund genug, unser Sortiment dahingehend auszubauen. Unter den Milchprodukten sind bereits seit einigen Jahren glasverpackte Varianten erhältlich, wie beispielsweise die frische Vollmilch vom Milchhof Zierer, der Jogurt der Molkerei Schrozberg sowie Quark und Dickmilch der Käserei Höhenberg. Als Neuzugänge sind Schlagsahne und Kefir der Molkerei Schrozberg in Schraubgläsern sowie Frischmilch vom Milchhof Zierer in der praktischen 0,5 Liter-Glasflasche erhältlich.

Damit unser Mehrwegsystem weiterhin reibungslos funktioniert, möchten wir Sie bitten, die Pfandflaschen und -gläser mit den leeren Kisten zurückzugeben.

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